Partei MLPD errichtet umstrittene Lenin-Statue in Gelsenkirchen

  • Die Stadt Gelsenkirchen wollte es unbedingt verhindern, doch ein Gericht kassierte den Baustopp.
  • Nun hat die linksextremistische Partei MLPD eine umstrittene Lenin-Statue vor ihrer Zentrale errichtet.
  • "Es ist wirklich bizarr, nun solch ein Monument blinden Personenkultes in der Stadt zu haben", sagt Oberbürgermeister Baranowski (SPD).
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Gelsenkirchen. Vor der Zentrale der linksextremistischen Partei MLPD in Gelsenkirchen ist am Samstag eine Statue des russischen Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) errichtet worden. Die mit einem roten Tuch verhüllte Statue aus dem Jahr 1957 wurde am Ende eines Festakts enthüllt.

An zwei Gegendemonstrationen nahmen mehr als 50 Menschen teil. Unter den Gegendemonstranten seien auch Angehörige rechter Gruppierungen gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Statue wurde 1957 in der Tschechoslowakei gegossen. Sie ist über zwei Meter groß und steht zur Straße hin auf einem Gelände, das der vom Verfassungsschutz beobachteten Partei gehört.

Das Aufstellen der Statue ist hochumstritten: Ein von der Stadt erlassener Baustopp war vom Oberverwaltungsgericht NRW kassiert worden. Lenin stehe für Gewalt, Unterdrückung, Terror und schreckliches menschliches Leid, hatte die Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West in einer Resolution festgestellt. Die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner hält Lenin dagegen laut einer Verlautbarung für einen “weltgeschichtlich bedeutenden Vordenker und Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie für die Massen”.

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Gelsenkirchen setzt auf Aufklärung

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Nachdem sie die Aufstellung nicht verhindern konnte, setzt die Stadt auf Aufklärung: Unter dem Titel #keinplatzfuerlenin startete die Kommune ebenfalls am Samstag ein Online-Videoprojekt. Im benachbarten Schloss Horst zeigt die Stadt außerdem eine Ausstellung über die Geschichte des Kommunismus.

"Dass dieses Denkmal in Gelsenkirchen aufgestellt wird, ist nur schwer zu ertragen. Aber wir müssen nun eben damit umgehen", hatte Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) im Vorfeld erklärt. "Es ist wirklich bizarr, nun solch ein Monument blinden Personenkultes in der Stadt zu haben."

RND/dpa

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