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Lehrergewerkschaft: Rückkehr zu Schul-Regelbetrieb ist “Illusion”

  • Mecklenburg-Vorpommern ist am Montag als erstes Bundesland nach den Sommerferien wieder zum Unterricht zurückgekehrt.
  • Die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung hält eine Rückkehr zum Regelschulbetrieb aber für eine "Illusion".
  • Und die Bildungsgewerkschaft GEW sagt: “Die Schulöffnungen stellen ein hohes Risiko dar."
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Berlin. Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, hält eine Rückkehr zum Regelschulbetrieb für unrealistisch. Im Interview mit der Zeitung “Die Welt” sagte er: “Es wird keinen flächendeckenden, vollumfänglichen Regelschulbetrieb wie vor Corona geben.” Diese Illusion gehe auf das Konto der Politik, die etwas als realisierbar darstelle, was selbst bei niedrigem Infektionsgeschehen nicht umgesetzt werden könne, so Beckmann weiter.

In der Debatte um das Maskentragen an Schulen sagte er, dies sei “schnell gefordert”, aber die Umsetzung obliege dann wieder der Lehrkraft. Beckmann fordert, dass sich die Politik dabei “nicht zu schnell aus der Affäre” ziehen dürfe.

Zudem macht er in dem Interview darauf aufmerksam, dass bereits vor Corona akuter Lehrermangel bestanden habe. Zusätzlich würden nun etwa fünf bis 15 Prozent Lehrkräfte fehlen, weil sie Risikogruppen angehörten.

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Schule geht los: Mecklenburg-Vorpommern macht den Anfang
0:49 min
Der Nordosten macht den Anfang - in Mecklenburg-Vorpommern hat das neue Schuljahr begonnen. Andere Bundesländer folgen in Kürze.  © dpa

Bildungsgewerkschaft: Start des Regelbetriebs mit Problemen behaftet

Die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, sieht den Start des Regelbetriebs an den Schulen mit Problemen behaftet. “Die Schulöffnungen stellen ein hohes Risiko dar”, sagte Tepe der “Passauer Neuen Presse”. Alle Beteiligten müssten vorsichtig sein und das Abstandsgebot einhalten. Allerdings sei es “grundsätzlich” gut, dass es wieder losgehe. Schließlich sei Bildung ein hohes Gut und es sei wichtig, dass Kinder und Jugendliche wieder in die Schule gehen könnten.

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Dennoch gerieten die Schulen beim Start im Regelbetrieb in eine “schwierige Situation”. So bräuchten die Schulen eigentlich “frühzeitig genaue Informationen, wie der Gesundheitsschutz geleistet werden soll”. Das sei bisher aber nicht gut genug vorbereitet worden, kritisierte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

So wäre es besser gewesen, die Gesundheitsämter hätten vorab alle Schulen begutachten und deren Hygienepläne prüfen können. Außerdem hapere es bei der Digitalisierung an den Schulen.

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Am Montag hatte in Mecklenburg-Vorpommern als erstem Bundesland das neue Schuljahr begonnen. Am Donnerstag beginnt in Hamburg der Unterricht. Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen starten in der kommenden Woche.

RND/das/dpa

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