Lehrer sollten früher geimpft werden

  • Schulen öffnen oder nicht? Das ist eine schwierige Entscheidung.
  • Sie würde zumindest ein bisschen einfacher, wenn Deutschland Lehrerinnen und Lehrer früher impfen würde als bislang geplant.
  • Dafür gäbe es gute Gründe, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Die Corona-Pandemie stellt die Politik immer wieder vor schwierigste Entscheidungen. Das gilt insbesondere für die Frage nach den Öffnungen der Schulen. Einerseits ist es eindeutig: Der gesellschaftliche Schaden der Schulschließungen ist riesig. Eltern reiben sich zwischen Homeoffice und Homeschooling auf.

Vor allem aber leiden zuallererst die Schüler, die zu Hause kaum oder gar nicht gefördert werden können. Mit der sich dadurch noch einmal verschärfenden Bildungsungerechtigkeit zahlen ausgerechnet wirtschaftlich benachteiligte Kinder einen besonders hohen Preis für den Kampf gegen die Pandemie.

Die Gefahr durch die Virusmutationen

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Andererseits müssen die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin eine komplizierte Abwägung treffen: Sind Öffnungen dort, wo die Infektionszahlen stark gesunken sind, möglich – oder braucht es auch dort weitere Wochen extremer Vorsicht wegen der Auswirkungen der Virusmutationen? Jede Fehleinschätzung kann verheerende Auswirkungen haben. Kein Entscheidungsträger ist um die Last der Verantwortung zu beneiden.

Zugleich gibt es auch Fragen, die vergleichsweise einfach zu beantworten sind. Sollten Lehrkräfte und das Personal in Kitas bei den Impfungen weiter vorgezogen werden? Ja. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sagt zu Recht: Wer A sagt, sollte auch B sagen.

Es ist schwierig, einen Politiker zu finden, der noch nicht geäußert hat, dass Schulen und Kitas zuerst geöffnet werden sollen. Das bedeutet dann aber auch: Lehrkräfte und Kita-Personal sollten schneller als bislang geplant geimpft werden.

Wenn wir Menschen abverlangen, zum Wohl der gesamten Gesellschaft Risiken einzugehen – und was anderes ist der Unterricht mit vielen Schülern in einem Klassenraum in der Pandemie? –, dann müssen wir ihnen helfen, diese zu minimieren.

Das wäre erstens nur fair. Und hilft zweitens nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Eltern und Schülern.

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