Lawrow: Russland bereit für bessere Beziehungen zur EU

  • Erst kürzlich hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow mit einem Abbruch der Beziehungen zur EU gedroht.
  • Nach einem Gespräch mit dem finnischen Außenminister Pekka Haavisto macht er nun wieder einen Schritt auf die EU zu.
  • Vor allem die Verhaftung von Kreml-Kritiker Nawalny hatte jüngst für Spannungen gesorgt.
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St. Petersburg. Russland ist laut Außenminister Sergej Lawrow zu einer Verbesserung der Beziehungen zur EU bereit. „Wenn die EU entscheidet, dass es notwendig ist, die Beziehungen wieder herzustellen, werden wir dazu bereit sein“, sagte er am Montag nach einem Gespräch mit dem finnischen Außenminister Pekka Haavisto in St. Petersburg. In der vergangenen Woche hatte Lawrow noch gewarnt, dass Russland die Beziehungen zur Europäischen Union abbrechen könnte, falls sie scharfe neue Sanktionen verhängt.

Die Beziehungen zwischen Russland und der EU sind in den vergangenen Wochen wegen der Verhaftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny weiter abgekühlt. Anfang Februar kündigte Russland an, Diplomaten aus Deutschland, Polen und Schweden auszuweisen und begründete dies damit, dass sie an Demonstrationen für Nawalny teilgenommen hätten. Die drei Staaten wiesen im Gegenzug auch jeweils einen russischen Diplomaten aus.

“Wenig von Beziehungen übrig geblieben”

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Haavisto betonte die Kritik der EU an dem Schritt Russlands und wies darauf hin, dass die Diplomaten aus Deutschland, Polen und Schweden ihren Auftrag erfüllt hätten, als sie die Proteste beobachtet hätten. Er bekräftigte die Forderung der EU, Nawalny frei zu lassen, und ihre Kritik an dem harten Vorgehen gegen Demonstrierende, die für dessen Freilassung auf die Straße gegangen sind.

Lawrow sagte, Sanktionen hätten die wirtschaftlichen Beziehungen zur EU beschädigt und politische Kontakte seien beschränkt auf gelegentlichen Meinungsaustausch zu internationalen Krisen. „Wenig ist von unseren Beziehungen übrig geblieben, und unsere Gespräche konzentrieren sich auf Syrien, das iranische Atomprogramm und manche anderen internationalen Angelegenheiten“, sagte er. „Wir sind weiterhin bereit, jegliche Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse zu besprechen, ohne zu versuchen, uns aufzudrängen.“

Die Beziehungen zur EU stockten zwar, doch habe Russland starke bilaterale Beziehungen zu einzelnen Mitgliedsstaaten und werde diese trotz der von Sanktionen verursachten Schäden weiterentwickeln, sagte Lawrow. „Die EU darf nicht mit Europa verwechselt werden. Wir verlassen Europa nicht, wir haben viele Freunde in Europa und Menschen, die unsere Gedanken teilen.“

RND/AP

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