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Lauterbach rechnet vor: Wachstum der Corona-Zahlen geht zu zwei Dritteln auf Mutation B.1.1.7 zurück

  • Die Corona-Fallzahlen steigen wieder schnell.
  • Ursache ist vor allem die britische Mutation B.1.1.7.
  • Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) fordert daher systematische Testungen.
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Berlin. Der Epidemiologe und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht davon aus, dass der aktuelle Anstieg der Corona-Fallzahlen zu zwei Dritteln durch die neue Mutante B.1.1.7 verursacht wird. „Ich habe ausgerechnet, dass etwa zwei Drittel der Erhöhung der Fallzahlen auf die neue Mutation B.1.1.7 zurückgehen“, sagte Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Das weitere Drittel an steigenden Fallzahlen erklärt sich der Gesundheitsexperte aus der Kombination aus Lockerungen, die steigernd wirken, und mehr Schnelltests, die die Verbreitung des Virus abbremsen. „Das dürfte ungefähr den Anstieg erklären“, betonte Lauterbach. Er forderte die „routinemäßige Testung“ einer Stichprobe auf Virusvarianten. „Weil sonst verlieren wir den Überblick über die Dunkelziffer und den Testeffekt“, sagte Lauterbach. Eine solche Stichprobe sei in England sehr wertvoll und werde regelmäßig gemacht.

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Zahlen steigen wieder rasant

Aktuell zeigt der Trend der Corona-Infektionen wieder deutlich nach oben: Die Gesundheitsämter in Deutschland hatten dem Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag binnen eines Tages 10.790 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 2687 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der innerhalb von sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – kletterte auf 79. Am Tag davor waren es 76,1. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 70 weitere Todesfälle verzeichnet.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert, der besagt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,19. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.

(mit dpa)

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