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Lauterbach zu Maskenpflicht: Abschaffung ist “falscher Schritt zur falschen Zeit”

  • Minister in Sachsen, Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern denken über ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel nach.
  • Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt nachdrücklich vor diesem Schritt.
  • Auch Berlin und Brandenburg wollen an der Maskenpflicht festhalten.
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Mehrere Bundesländer erwägen ein Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte der “Welt am Sonntag”, er erwarte, dass das Kabinett in Schwerin im August das Ende der Pflicht beschließen werde.

“Ich kann die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen, die Maskenpflicht abzuschaffen”, sagte Glawe. Er kündigte dem Bericht zufolge auch Gespräche mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an.

“Wir versuchen, für alle norddeutschen Bundesländer eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Noch lieber wäre mir ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel”, so Glawe.

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Auch andere Bundesländer prüfen die Abschaffung der Maskenpflicht in Geschäften. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sagte bei einer Veranstaltung in Naunhof: “Wir überlegen, ob wir die Pflicht, in Geschäften einen Mund- und Nasenschutz zu tragen, am 17. Juli in der Ferienverordnung weglassen”, berichtete die “Leipziger Volkszeitung”.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt: “Das wäre ein falscher Schritt zum falschen Zeitpunkt.”

Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte er: “Ich finde es falsch, Menschen jetzt durch Abschaffung der Maskenpflicht zu mehr Konsum zu bewegen. Diese Lockerung hat nur einen einzigen Zweck: Sie soll Kauflaune herstellen”, so der SPD-Fraktionsvize im Bundestag.

“Aber wir wissen, dass das Virus in Innenräumen durch Aerosole übertragen wird. Eine Abschaffung der Maskenpflicht würde Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen gefährden. Ein einziger Infizierter, der ohne Maske einkaufen geht, könnte als Superspreader die Zahlen wieder nach oben schnellen lassen”, warnt Lauterbach.

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Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist skeptisch. Auf Twitter schrieb er am Sonntagabend: “Ich verstehe die Ungeduld und den Wunsch nach Normalität. Aber das Virus ist noch da. Wo in geschlossenen Räumen der nötige Abstand nicht immer gesichert ist, bleibt die Alltagsmaske geboten.”

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Hamburg, Berlin und Brandenburg wollen Maskenpflicht beibehalten

Hamburg, Berlin und Brandenburg hingegen lehnen eine Lockerung ab. “Das Tragen einer Gesichtsmaske im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel ist eine Voraussetzung für die seit vergangenen Mittwoch geltenden Lockerungen in Hamburg”, sagte ein Senatssprecher dem RND. An der Maskenpflicht werde bis mindestens Ende August festgehalten.

Auch Berlin will nichts ändern. “Gerade jetzt, wo immer mehr gelockert wurde, sind die Abstands- und Hygieneregeln sowie der Mund-Nasen-Schutz umso wichtiger, um die Verbreitung des Virus zu verhindern”, sagte eine Senatssprecherin dem RND. “Die Masken sind eine einfache und wenig belastende Maßnahme, um sich selbst und andere zu schützen. Sie sind zudem ein Zeichen von Rücksicht und Problembewusstsein. Im Einzelhandel sowie auch in anderen Bereichen hat sich das gut eingespielt und ist akzeptiert.”

Auch in Brandenburg ist eine Abschaffung nicht angedacht, teilte ein Sprecher des Potsdamer Gesundheitsministeriums dem RND mit.

AfD-Parteichef Jörg Meuthen hingegen begrüßte die angekündigte Abschaffung. Dem RND sagte er: “Das ist angesichts der Entwicklung der Infektionszahlen ein längst überfälliger Schritt und wird dem Einzelhandel mehr dringend notwendigen Schub verleihen als die halbherzige, lediglich auf sechs Monate begrenzte geringe Senkung der Mehrwertsteuer.”

RND



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