Lauterbach: „Wir haben alle Angst vor der dritten Welle“

  • Mit Blick auf die Virus-Mutation in Großbritannien warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vor einer neuen Dynamik in der Corona-Pandemie.
  • Sollte die neue Variante auch in Deutschland grassieren befürchtet er noch härtere Maßnahmen für die Bürger.
  • Erste Studien zum Biontech-Impfstoff zeigen, dass dieser auch gegen die Mutation schützt.
Anzeige
Anzeige

Köln. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, den Wahlkampf für die Bundestagswahl vorläufig auszusetzen: „Wir sind jetzt in den nächsten drei Monaten in einer wirklich ganz eklatanten Krisenlage und da kann kein Wahlkampf stattfinden.“

Er blickt mit großer Sorge auf die Virus-Mutation in Großbritannien und die möglichen Folgen für Deutschland. „Unsere Situation wird noch erschwert durch eine sehr gefährliche Mutation, die in England weiter wächst, obwohl man dort im Lockdown ist. Das muss uns zu denken geben“, sagt der in Köln lebende Politiker im Podcast „Die Wochentester“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Bei einer Ausbreitung der Virus-Variante auch hierzulande fürchtet Lauterbach noch mehr Einschränkungen als bisher. „Dann sind natürlich viel drastischere Maßnahmen notwendig, um das Gleiche zu erreichen. Wir haben alle Angst vor einer dritten Welle.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Neuste Studien zeigen zwar die Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffs gegen die Mutation, doch breitet sich diese immer noch schneller aus als die schon näher erforschte Ursprungsvariante.

Video
Wie entsteht ein Impfstoff?
1:52 min
Nach einem Impfstoff gegen Covid-19 wird unnachgiebig geforscht. Innerhalb von nur einem Jahr war bereits der erste Kandidat in der Zulassungsphase.

Lauterbach: „Wir wollen keinen Deutschland-Tourismus

Anzeige

Die Verlängerung des Lockdowns ist für Lauterbach eine alternativlose Konsequenz aus den aktuellen Corona-Zahlen: „Wir müssen ehrlich sagen, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen. Zu früh aus dem Lockdown bedeutet eine dritte Welle.“

Und auch den 15-Kilometer-Radius verteidigt der SPD-Bundestagsabgeordnete. Für ihn muss die Maßnahme durchgesetzt werden: „Wir wollen keinen Deutschland-Tourismus. Wir wollen nicht, dass die Situation so ist, dass unsere Kinder nicht in die Schule dürfen. Gleichzeitig machen andere, die es sich leisten können und glauben leisten zu müssen in dieser Zeit einfach einen Familienurlaub, also fahren Ski oder reisen durch Deutschland hin und her. Wir haben es ja am Wochenende gesehen: Wir waren im vollen Shutdown und die Skihänge, die Ausflugsziele waren überrannt. Das können wir einfach zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.“

RND/ots


“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen