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„Geht in die völlig falsche Richtung“: Lauterbach klar gegen Aufhebung von Maskenpflicht für Geimpfte

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist weiterhin für eine Maskenpflicht für Geimpfte.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach ist weiterhin für eine Maskenpflicht für Geimpfte.

Berlin. Die Forderung, zur Erhöhung der Impfbereitschaft die Maskenpflicht für vollständig Geimpfte abzuschaffen, ist auf scharfe Kritik gestoßen. „Der Vorschlag geht in eine völlig falsche Richtung“, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Auch vollständig Geimpfte können sich anstecken und selbst auch andere gefährden. Hier besteht ein nicht unerhebliches Restrisiko“, sagte er. Zudem lasse sich im Alltag die generelle Maskenpflicht kaum noch wirksam durchsetzen und kontrollieren, wenn es Ausnahmen gebe.

Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, hatte die Aufhebung der Maskenpflicht für vollständig Geimpfte mit dem Argument gefordert, dringend nötig sei ein Anreiz, damit sich mehr Menschen impfen ließen. Ohne solch einen einfachen Anreiz „bleiben wir irgendwann mit dem Impfen stecken“, so der Kassenarztchef.

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„Weitere Spaltung der Gesellschaft“

Lauterbach warnte außerdem vor einer weiteren Ungleichbehandlung von Geimpften und nicht Geimpften. „Die Aufhebung massiver Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte ist richtig. Milde Eingriffe wie das Maskentragen sind aber weiterhin vertretbar, um eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern“, sagte Lauterbach.

Der SPD-Politiker wies zudem daraufhin, dass in den USA, wo Maskentragen für vollständig Geimpfte in vielen Fällen nicht mehr vorgeschrieben ist, die Lage völlig anders sei als in Deutschland. Dort sei die Impfbereitschaft in breiten Bevölkerungskreisen zu gering. „In Deutschland gibt es dagegen eine hohe Impfbereitschaft, aber noch zu wenig Impfstoff. Da machen Anreize zum gegenwärtigen Zeitpunkt gar keinen Sinn“, sagte er.

„Äußerst riskant“

Kritik kam auch vom Grünen-Politiker Janosch Dahmen. Er nannte den Vorschlag „äußerst riskant“ und betonte: „Überall muss gelten: Solange wir keine Niedriginzidenzwerte erreicht haben, erhöht jeder zusätzliche ungeschützte Kontakt von ungeimpften Menschen mit geimpften Menschen die Wahrscheinlichkeit von neuen Mutationen, was dazu führen kann, dass die Impfstoffe weniger wirksam werden.“

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Zudem sei die Situation in den USA eine ganz andere als hier in Europa, sagte er dem RND. „In der derzeitigen Diskussion wird oft vergessen, dass wir in Deutschland noch immer etwa 50 Millionen ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger haben“, sagte Dahmen. „Wir kämpfen also nicht mit mangelnder Impfbereitschaft, sondern noch immer mit Impfstoffknappheit gemessen am eigentlichen Bedarf.“

In den USA hat Gesundheitsbehörde CDC Richtlinien erlassen, nach denen vollständig geimpfte Personen nicht nur draußen, sondern auch in geschlossenen Räumen meist keine Maske mehr tragen müssen. Nur in räumlich beengten Situationen wie etwa in Flugzeugen, Zügen, Bussen, Krankenhäusern oder Flughäfen gilt weiterhin für alle die Maskenpflicht. US-Präsident Joe Biden hatte von einem Meilenstein gesprochen.

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