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Lauterbach rät zu härterem Lockdown: Bei Corona-Variante B.1.1.7 „genügen wohl auch flüchtige Begegnungen“

  • Die britische Corona-Variante B.1.1.7 hat maßgeblichen Einfluss auf die dritte Welle in Deutschland.
  • Die Mutation gilt als deutlich ansteckender als die vorigen Versionen des Virus.
  • SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach rät deshalb zu einem härteren Lockdown.
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Der SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach hält wegen der derzeit dominanten Corona-Variante B.1.1.7 einen härteren Lockdown für nötig als vor einem Jahr. „Aus zahlreichen Beschreibungen von Fällen kann ich nur bestätigen: Bei B.1.1.7 kann die Quelle der Infektion meist nicht ausgemacht werden“, schrieb er am Samstag auf Twitter.

Die Virusmutante gilt als deutlich ansteckender als frühere Varianten des Coronavirus. Ihr Anteil an den Neuinfektionen in Deutschland liegt nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) mittlerweile bei rund 90 Prozent. B.1.1.7 hat dadurch entscheidenden Einfluss auf die dritte Corona-Welle in Deutschland.

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Corona-Lage in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 127
0:49 min
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 12.196 Corona-Neuinfektionen gemeldet.  © dpa
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Seitdem sich B.1.1.7, auch britische Mutante genannt, immer mehr in Deutschland ausbreitet, steigen auch die Corona-Fallzahlen und die Sieben-Tage-Inzidenz wieder. Das RKI rechnet mit einem exponentiellen Wachstum der Covid-19-Fälle.

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Lauterbach: Hohe Ansteckungsgefahr – härterer Lockdown als vergangenes Jahr notwendig

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Lauterbach schreibt auf Twitter: „Für Ansteckung genügen wohl auch flüchtige Begegnungen. Daher hilft wahrscheinlich nur ein härterer Lockdown als vor einem Jahr.“

Erstmals nachgewiesen wurde der neue Virusstamm B.1.1.7 Ende September 2020 in Proben aus Südengland und London. Ungewöhnlich ist, dass die neue Virusvariante nicht nur einzelne, sondern zahlreiche Mutationen aufweist. Forschern der University of Edinburgh zufolge unterscheidet sich der neue Stamm durch 14 ausgetauschte Aminosäuren und drei komplett weggefallene Proteinbausteine vom ursprünglichen Virus Sars-CoV-2.

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„Mit steigender Inzidenz erhöht sich unser Ansteckungsrisiko ganz allgemein“, sagte Virologe Marco Binder vom Deutschen Krebs­forschungs­zentrum in Heidelberg dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). „Und darum ist es gerade jetzt mit der neuen Variante umso wichtiger, dass jeder Einzelne darauf achtet, nicht zur weiteren Ausbreitung des Virus beizutragen.“

Nach Ansicht britischer Experten ist B.1.1.7 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar als der Coronavirus-Wildtyp. Erste Daten aus dem Vereinigten Königreich deuten ferner darauf hin, dass die Reproduktionszahl in Gebieten, in denen der neue Virustyp zirkuliert, erhöht sei, hieß es bereits Ende Dezember von der Weltgesundheits­organisation (WHO).

Darauf hat zuletzt auch der Virologe Christian Drosten hingewiesen und wiederholt härtere Corona-Regeln angeregt.

RND/pach

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