„Lassen uns nicht trennen“ – Juden und Muslime setzen gemeinsames Zeichen

Ein Person hält bei einer Kundgebung eines Bündnisses gegen Antisemitismus ein Plakat mit der Aufschrift «Gegen Antisemitismus» in die Höhe (Symboldbild).

Ein Person hält bei einer Kundgebung eines Bündnisses gegen Antisemitismus ein Plakat mit der Aufschrift «Gegen Antisemitismus» in die Höhe (Symboldbild).

Berlin, Osnabrück. In einem offenen Brief haben sich 22 jüdische und muslimische Institutionen in Deutschland unter dem Eindruck des wieder aufgeflammten Nahost-Konflikts gegen Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus gewandt.

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„Wir verwahren uns dagegen, dass Jüd:innen und Muslim:innen hierzulande für die Geschehnisse im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden, sei es durch physische Gewalt oder durch entsprechende Darstellungen in den sozialen Medien“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. Diese Zuschreibung sei Ausdruck von Antisemitismus und anti-muslimischem Rassismus.

Merkel: Null Toleranz bei Antisemitismus in Deutschland

„Es gibt das Selbstverteidigungsrecht Israels, und dazu stehen wir“, sagte Kanzlerin Angela Merkel.

Der Brief trägt den Titel „Wir lassen uns nicht trennen“. Er ist unter anderem von der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main, der jüdischen Studierendenunion, dem Verein „JUMA - jung, muslimisch, aktiv“ und dem Avicenna Studienwerk mit Sitz in Osnabrück unterzeichnet.

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„Neue Welle des Hasses und der Propaganda“

Es habe viel Mühe gekostet, untereinander Vertrauen aufzubauen und auch Differenzen auszuhalten, betonten die Autoren. Diese Arbeit sehen sie jetzt gefährdet und wollen sie „gegen eine neue Welle des Hasses und der Propaganda verteidigen“.

Zugleich hätten sie in den vergangenen Jahren viele Gemeinsamkeiten und gleiche Ziele entdeckt. „Deshalb lassen wir unsere jüdisch-muslimischen Freundschaften, Bündnisse und Allianzen weder für politische Zwecke instrumentalisieren noch auf den Nahost-Konflikt reduzieren.“

Die Organisationen plädieren dafür, auch bezüglich des Nahost-Konflikts unterschiedliche Sichtweisen gelten zu lassen. „Unsere jeweiligen Perspektiven sind von unterschiedlichen Sozialisationen, Erfahrungen, Wissensbeständen, und Emotionen bestimmt. Dafür muss es in einer offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaft Raum geben.“

RND/epd

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