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Kanzlerkandidatenfrage: Nächtliches Treffen zwischen Laschet und Söder endet ergebnislos

  • Am späten Sonntagabend trafen sich CSU-Chef Söder und CDU-Chef Laschet im Bundestagsgebäude.
  • Alle Blicke richteten sich gebannt nach Berlin. Doch am Ende des Treffens gab es kein Ergebnis.
  • Die Entscheidung im Machtkampf zieht sich damit weiter hin.
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Am späten Sonntagabend trafen sich CSU-Chef Söder und CDU-Chef Laschet im Bundestagsgebäude. Alle Blicke richteten sich gebannt auf Berlin. Doch am Ende des Treffens gab es kein Ergebnis. Die Entscheidung im Machtkampf zieht sich damit weiter hin.  © dpa
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Berlin. Nach einem ergebnislosen Treffen von Armin Laschet und Markus Söder in der Nacht auf Montag wird mit Spannung der Ausgang des Macht­kampfs um die Kanzler­kandidatur der Union erwartet. Die beiden Vorsitzenden von CDU und CSU hatten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am späten Sonntag­abend zusammen mit ihren engsten Vertrauten für knapp dreieinhalb Stunden im Bundestags­gebäude in Berlin getroffen. Über die dort besprochenen Inhalte und den weiteren Ablauf war zunächst nichts zu erfahren.

Das Treffen im Kanzleramt bildete den vorläufigen Höhe­punkt im Unions­streit, der sich seit einer Woche immer mehr zuspitzt. Sollten sich die Rivalen auch an diesem Montag nicht einigen, wer CDU und CSU als Kanzler­kandidat in die Wahl am 26. September führt, könnte es auf eine Entscheidung in der Bundestags­fraktion am Dienstag hinaus­laufen.

Die Union steht nicht nur wegen der internen Folgen des Streits fünf Monate vor der Bundestags­wahl maximal unter Druck, möglichst schnell eine Entscheidung zu finden. Hinzu kommt, dass die Grünen – nach aktuellen Umfragen stärkste Kraft hinter der Union – an diesem Montag ihren Kanzler­kandidaten oder ihre Kanzler­kandidatin präsentieren wollen: entweder Parteichefin Annalena Baerbock oder Parteichef Robert Habeck.

Junge Union für Söder

Wenige Stunden vor dem Treffen von Söder und Laschet am Sonntag­abend hatte sich die Junge Union (JU) mit großer Mehrheit hinter Söder gestellt und damit den Druck auf Laschet erhöht. „Die beiden Kandidaten hatten genug Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen. Dies ist nicht geschehen und jetzt sehen wir uns gezwungen, uns zu positionieren. Dies ist mit deutlicher Mehrheit für Markus Söder erfolgt“, erklärte JU-Chef Tilman Kuban. In der Konferenz der JU-Landeschefs hatten sich nach Angaben der Jungen Union 14 von 18 Landes­vorsitzenden für Söder ausgesprochen.

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Sollte sich am Ende tatsächlich der bayerische Minister­präsident durchsetzen, wäre Laschet nur knapp drei Monate nach seiner Wahl zum CDU-Chef hochgradig angeschlagen. FDP-Vize Wolfgang Kubicki äußerte sich „fassungslos“ über das Geschehen in der CDU. „Eine Partei, die in großen Teilen oder in ihrer ganzen Breite erklärt, wir können mit unserem Vorsitzenden keine Wahl gewinnen, muss sich einen neuen Vorsitzenden suchen“, sagte er am Sonntag­abend im „Bild“-Politiktalk „Die richtigen Fragen“.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kritisierte die Union in derselben Talk­runde scharf und bescheinigte ihr mangelnde Handlungs­fähigkeit in der Corona-Pandemie wegen des internen Machtkampfs.

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Hängepartie um Kanzlerkandidatur der Union: „Weder Laschet noch Söder kann echter Gewinner sein“
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Armin Laschet oder Markus Söder – wer wird Kanzlerkandidat der Union? Im Video analysiert Kristina Dunz aus dem RND-Hauptstadtbüro die Lage in diesem Duell.  © RND

Streng geheime Beratungen

Das gesamte Wochenende hatten Söder und Laschet in streng geheimen Beratungen um eine Lösung gerungen, eine Einigung gelang aber nicht. Über den Verlauf der Gespräche drangen zunächst keine Details an die Öffentlichkeit. Aus Unions­kreisen war nur tagelang zu hören, Laschet und Söder seien in guten und konstruktiven Gesprächen miteinander.

Auch die Berliner CDU bekräftigte am Sonntag ihre Unterstützung für Söder. Die Mitglieder des Präsidiums und die Kreis­vorsitzenden hätten das einstimmige Meinungsbild des CDU-Präsidiums vom vergangenen Montag bestätigt, erklärte Landes­chef Kai Wegner. „Markus Söder hat eine breite Unterstützung auch in der Basis der CDU Berlin.“

In Niedersachsen beriet am Sonntag­abend der CDU-Landes­vorstand mit den Bezirks- und Kreis­vorsitzenden in einer Online­sondersitzung über die verfahrene Lage. Über das Ergebnis wurde aber auch hier zunächst nichts bekannt, alle Teilnehmer verabredeten nach dpa-Informationen Still­schweigen. Die CDU hat bundesweit 325 Kreis­verbände, 27 Bezirks-, 17 Landes- und über 10.000 Orts­verbände.

„Gemeinsame Lösung und keine Kampfabstimmung“

Dagegen hatte etwa der CDU-Kreis­verband Alzey-Worms mitgeteilt, dass in einer Abstimmung 82,9 Prozent der Mitglieder für Söder und 6,6 Prozent für Laschet gestimmt hätten. Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß sagte der „Rheinischen Post“ (Sonntag): „Sollte es zum Wochen­start keine Entscheidung geben, müsse die Fraktion als einziges gemeinsames Unions­gremium entscheiden.“

Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) warnte aber vor einer Abstimmung in der Fraktion: „Was wir jetzt brauchen, ist eine gemeinsame Lösung und keine Kampf­abstimmung in der Fraktion. Ansonsten drohen Gräben aufgerissen zu werden, die sich nur schwer wieder zuschütten lassen“, sagte er der Funke Mediengruppe.

Am Sonntag vor einer Woche hatten sich Laschet und Söder erstmals zur Übernahme der Kanzler­kandidatur bereit erklärt. In der Folge stellten sich die Spitzen­gremien von CDU und CSU jeweils hinter ihre Parteichefs. Am Dienstag traten beide in der Bundestags­fraktion auf, wo es nach Teilnehmer­angaben mehr Zuspruch für Söders gab.

RND/dpa

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