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Laschet kündigt Rückzug an – das sind seine potenziellen Nachfolger

  • Es war kein ganz klar formulierter Rücktritt.
  • Doch klar ist: Armin Laschet wird nicht mehr lange Vorsitzender der CDU sein.
  • Doch wer könnte ihm eigentlich nachfolgen? Das RND nennt vier mögliche Kandidaten – und eine Kandidatin.
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Das klare Statement zum Rücktritt vom CDU-Parteivorsitz fehlte bei der Pressekonferenz von Armin Laschet am Donnerstagabend in Berlin. Trotzdem deutet er gleich mehrmals an, dass er bereit sei, seinen Posten an der Spitze der Christdemokraten zur Verfügung zu stellen. Er wolle die Neuaufstellung vom Vorsitz bis in die Gremien moderieren. Dabei gehe es „nicht um die Person Armin Laschet“, sondern um das Land, betonte dieser.

Doch wer steht eigentlich zur Debatte, wenn es bald um eine neue CDU-Spitze gehen sollte?

Jens Spahn

Jens Spahn © Quelle: Michael Kappeler/dpa

Der noch amtierende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gehört mit seinen 41 Jahren noch zu den Jungen in der CDU. Zwar ist er Teil der aktuellen Regierung, plädierte früh und klar für Laschet an der Spitze der CDU, als der Ende 2020 mit Friedrich Merz und Norbert Röttgen um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer rang. Und trotzdem könnte er für einen Neuanfang stehen. Die Junge Union weiß Spahn hinter sich. Doch wie bei Laschet kommt sein stärkster Gegner gar nicht aus den eigenen Reihen, sondern aus Bayerns CSU. Markus Söder könnte viel daransetzen, einen CDU-Vorsitzenden Spahn zu verhindern – aus Sorge, er könne 2025 nach der Kanzlerkandidatur für die Union greifen.

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Ralph Brinkhaus

Ralph Brinkhaus © Quelle: imago images/photothek
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Seit September 2018 ist Ralph Brinkhaus (53) Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion – eine gute Startposition, setzte er sich nicht zuletzt vor wenigen Tagen noch gegen den Plan Laschets durch, die Fraktion nur kommissarisch weiterzuleiten. Brinkhaus gilt als guter Rhetoriker und weiß die CSU hinter sich. Warum? Weil man dort davon ausgeht, dass er nicht das Format zum Kanzlerkandidaten hat. Brinkhaus selbst sieht das anders.

Friedrich Merz

Friedrich Merz © Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa

Es wäre der dritte Anlauf für Friedrich Merz (65) um den Vorsitz bei den Christdemokraten. Bei den letzten zwei Wahlen scheiterte er erst gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und dann gegen den jetzt noch amtierenden CDU-Vorsitzenden Armin Laschet. Nach der Niederlage bei der Bundestagswahl ging er mit seiner CDU hart ins Gericht. Man sei „denkfaul“ geworden. Merz weiß, sollte dieses Mal die Basis der Partei über den Vorsitz entscheiden, dann hat er gute Chancen, endlich an sein Ziel zu gelangen. Im Umkehrschluss kann man davon ausgehen: Wird die Basis nicht gefragt und entscheiden am Ende wieder Gremien, wer an die Spitze der CDU rückt, wird Merz nicht als Kandidat zur Verfügung stehen.

Norbert Röttgen

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Norbert Röttgen © Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschuss im Bundestag ist gefühlt eigentlich schon immer da. Seit 1994 sitzt er für die CDU im Deutschen Bundestag. Auch Norbert Röttgen (56) versuchte bei der vergangenen Vorsitzendenwahl, an die Spitze der CDU zu kommen. Landete hinter Laschet und Merz aber nur auf Platz drei. Seinen Ambitionen dürfte das keinen Abbruch getan haben. Der Transatlantiker will der CDU ein neues Gesicht geben. Ob er dazu eine Chance bekommt, ist unklar. Auch wenn er wieder antreten sollte: Röttgen gilt als Außenseiter.

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Silvia Breher

Silvia Breher © Quelle: Getty Images

Sie war Teil des Zukunftsteams von Armin Laschet vor der Bundestagswahl und gilt in der Union als Expertin für Familie. 2017 befürwortete sie die gleichgeschlechtliche Ehe. Silvia Breher (48) ist seit November 2019 eine der Vizevorsitzenden von Armin Laschet. Greift sie jetzt nach der Spitze? Die Niedersächsin konnte bei der zurückliegenden Wahl ihren Wahlkreis Cloppenburg/Vechta verteidigen. Trotz dieses Erfolgs sind die Erfolgsaussichten einer Kandidatur als CDU-Chefin überschaubar. Eine Wahl Brehers wäre eine echte Überraschung.

RND/qua/fw

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