Laschet for president? Was dieses Gerücht über die CDU sagt

  • Wer wird CDU-Vorsitzender? Und: Wird der CDU-Vorsitzende auch Kanzlerkandidat?
  • Die Partei, die wie keine andere die Geschicke der Republik geprägt hat, befindet sich im Zustand größter Verwirrung.
  • Jetzt ist aus der CDU sogar das Gerücht nach draußen gedrungen, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet könne ja Bundespräsident werden. Was soll das?
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Berlin. Frank-Walter Steinmeier ist bis zum Frühjahr 2022 als Bundespräsident gewählt. Der frühere sozialdemokratische Außenminister ist als Staatsoberhaupt höchst angesehen. Es sagt einiges über den derzeitigen Verwirrungszustand in der Union, dass dort bereits jetzt über die Nachfolge Steinmeiers spekuliert wird.

In der “Süddeutschen Zeitung” hieß es, in der CDU würde von Einzelnen – unter anderem von zwei Mitgliedern des Bundesvorstands – das Szenario diskutiert, Armin Laschet könne sich doch um die Nachfolge Steinmeiers bewerben – und dafür das Rennen um den CDU-Vorsitz und die Kanzlerkandidatur aufgeben.

Sollte die Union sich bereits jetzt festlegen, wen sie in eineinhalb Jahren ins Rennen um das Präsidentenamt schickt? Und das, obwohl noch gar nicht klar ist, ob der beliebte Steinmeier erneut kandidieren möchte? Das scheint wenig wahrscheinlich. Und doch ist die Idee – mit deren Verbreitung keiner Laschet einen Gefallen getan hat – ein Indiz dafür, dass die Union gerade ein Problem hat.

Wer ist der geeignete Kanzlerkandidat?

Die CDU ist gerade auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Und in der Partei nehmen die Bedenken zu, dass eigentlich keiner von den drei bisherigen Anwärtern für den Vorsitz der geeignete Kanzlerkandidat für das Jahr 2021 ist. Von Norbert Röttgen glaubt in der CDU sowieso keiner, dass er Vorsitzender wird. Friedrich Merz, so befürchten es viele, könnte bei den Wählern zu sehr polarisieren. Davon abgesehen hat er keine Regierungserfahrung.

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Und dann ist da noch Armin Laschet, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident, von dem anfangs viele glaubten, er werde das Rennen machen. Doch sein Krisenmanagement in der Corona-Krise hat in den Augen der bundesweiten Öffentlichkeit wenig überzeugt. Das lässt sich auch an seinen persönlichen Umfragewerten ablesen.

Der Mann, der zurzeit im Team gefangen ist

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Jetzt begibt es sich so, dass Laschet sich früh Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für sein Team gesichert hat, nämlich als Vize-Kandidaten. Viele denken mittlerweile, dass Spahn vielleicht besser geeignet wäre als Laschet. Spahn könnte aber nur für den CDU-Vorsitz kandidieren, wenn Laschet ihm von sich aus den Vortritt ließe – sonst würde der Gesundheitsminister als intrigant gelten. Doch wie könnte Laschet das tun, ohne sich selbst als Ministerpräsidenten des größten Bundeslandes zu beschädigen? Aus dieser Überlegung rührt wohl die Bundespräsidenten-Spekulation.

Spahn hätte gegenüber Laschet auch einen Vorteil: Es wird ihm zwar die Kanzlerkandidatur zugetraut, er könnte aber angesichts seines jungen Alters von 40 Jahren die Kandidatur auch dem CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder antragen, ohne sich selbst zu beschädigen.

Söder hat momentan in der Bevölkerung die mit Abstand besten persönlichen Werte unter Unions-Politikern, wenn es um die K-Frage geht. Er sagt zwar immer, sein Platz sei in Bayern. Das lässt sich aber auch so übersetzen, dass er gern zur Kanzlerkandidatur gebeten und gerufen werden möchte.

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