Laschet beklagt falsche Reihenfolge bei Atom- und Kohleausstieg

  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kann die Energiepolitik der Bundesregierung nicht nachvollziehen.
  • Erst aus der Atomenergie und dann aus der Kohle auszusteigen, hält er für die falsche Reihenfolge.
  • Doch auch die Bevölkerung schont er dabei nicht mit Kritik.
|
Anzeige
Anzeige

Köln. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet bescheinigt der deutschen Politik falsche Prioritäten in der Energiepolitik. Über den für das Jahr 2022 beschlossenen Atom- und den anvisierten Kohleausstieg bis 2038 sagte Laschet: „Wenn das CO2 und das Weltklima das größte Problem sind, um das wir uns kümmern müssen, war die Reihenfolge zumindest falsch.“ Dann hätte Deutschland erst aus der Kohle und danach aus der Atomkraft aussteigen müssen, so Laschet. Der NRW-Ministerpräsident war am Montagabend zu Gast beim „RND Berliner Salon on Tour“ in Köln, einer Veranstaltung des RedaktionsNetzwerks Deutschland und des Kölner Stadt-Anzeigers.

Der CDU-Politiker beklagte eine generelle Skepsis in der Bevölkerung gegenüber jeglicher Form von Energieerzeugung. „In Deutschland gibt es so eine Mentalität: Man will eigentlich gar nichts“, sagte Laschet. Kernkraft und Kohle stießen auf Ablehnung, aber auch Erdgas-Importe würden „wegen Putin“ abgelehnt, und die Einfuhr von US-Gas sei „wegen Fracking“ nicht gewollt. Und die Windkraft sei selbst unter ökologisch bewegten Bürgern in Misskredit geraten.

Laschet zeigte sich besorgt über Deutschlands künftige Energieversorgung: „Manchmal denkt man: Wie soll das alles gehen?“ Dass Deutschland ein Industrieland sei, komme in der öffentlichen Debatte zu kurz.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Sehen Sie hier den RND-Salon im Livestream.