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Landtagswahl in Thüringen hat begonnen – selten war das Ergebnis offener

  • Es ist ein enges Rennen, das Ergebnis ungewiss: An diesem Sonntag wählt Thüringen einen neuen Landtag.
  • Rot-Rot-Grün muss laut den Umfragen um die Mehrheit bangen.
  • Die Regierungsbildung könnte schwierig werden. Sogar ein Viererbündnis ist denkbar.
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Erfurt. Thüringen hat die Wahl: Rund 1,7 Millionen Bürger sind dort an diesem Sonntag dazu aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Erwartet wird ein knappes Ergebnis. Die seit 2014 regierende rot-rot-grüne Koalition - die erste in einem Bundesland unter Führung der Linkspartei - muss um ihre Mehrheit fürchten. Auch die am Donnerstag veröffentlichte letzte Umfrage, erhoben von der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer, sah das Dreierbündnis von Ministerpräsident Bodo Ramelow bei 44 Prozent.

Die Linke kam in der Erhebung als stärkste Partei auf 28 Prozent. Ihre Regierungspartner SPD und Grüne lagen bei 9 beziehungsweise 7 Prozent. Die CDU, die mehr als zwei Jahrzehnte in Thüringen regiert hat, kam auf 26 Prozent und würde damit ihre Rolle als stärkste Partei verlieren. Die AfD, die in Thüringen vom Wortführer des rechtsnationalen Flügels Björn Höcke geprägt wird, gewann in der Umfrage mit 21 Prozent erheblich hinzu. Die FDP musste mit 5 Prozent um die Rückkehr ins Parlament bangen.

CDU will nicht mit der AfD

Sollte es am Abend für Rot-Rot-Grün nicht reichen, könnte die Regierungsbildung in Thüringen schwierig werden. Die Wahlkämpfer warben daher bis zuletzt im Freistaat mit viel Parteiprominenz um Stimmen. Die CDU hatte im Vorfeld Bündnisse mit der Linken und der AfD ausgeschlossen. CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring sprach sich für eine Viererkoalition seiner Partei mit Grünen, SPD und FDP aus.

Im Landtag sind insgesamt 88 Sitze zu vergeben, je 44 Direkt- und Listenmandate. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate könnte die Zahl noch steigen. Zur Wahl 2019 treten 18 Parteien an; auf den Landeslisten stehen die Namen von 399 Männern und Frauen. Die Wähler dürfen zwei Kreuze machen. Mit der Erststimme werden die Direktkandidaten im Wahlkreis gewählt, mit der Zweitstimme eine Partei.

RND/dpa

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