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Landtagswahl in MV: SPD vor klarem Sieg, FDP und Grüne müssen um Einzug bangen

  • In Mecklenburg-Vorpommern (MV) findet an diesem Sonntag eine Doppelwahl statt: Neben der Bundestagswahl steht auch die Landtagswahl an.
  • Die SPD darf auf einen deutlichen Sieg hoffen, während bei FDP und Grünen offen ist, ob sie es überhaupt ins Landesparlament schaffen.
  • Die AfD könnte vor der CDU landen.
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Schwerin. In Mecklenburg-Vorpommern wird am Sonntag neben dem Bundestag auch ein neuer Landtag gewählt. Laut letzten Umfragen kann die SPD mit Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin Manuela Schwesig auf einen Wahlsieg und deutliche Zuwächse im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren hoffen - sogar ein Sprung über die 40-Prozent-Marke ist nicht ausgeschlossen. Dem bisherigen Koalitionspartner CDU drohen erneut Verluste. Während auch AfD und Linke sicher mit dem Wiedereinzug in den Landtag rechnen können, steht die Rückkehr von FDP und Grünen noch auf wackeligen Füßen.

Zur Abstimmung über Bundestag und Landtag aufgerufen sind in Mecklenburg-Vorpommern etwa 1,32 Millionen Wahlberechtigte. Dazu öffnen ab 8 Uhr landesweit rund 1650 Wahllokale. Ein beträchtlicher Teil der Wähler hat schon die Möglichkeit der Briefwahl genutzt. Es wird damit gerechnet, dass der Anteil der Briefwähler in Folge der Corona-Pandemie deutlich höher sein wird als bei der Landtagswahl 2016. Damals hatten 20 Prozent der Wähler ihre Stimme vorzeitig abgegeben.

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Mit wem die in den Umfragen deutlich führende SPD nach der Wahl regieren will, hatte Schwesig zuletzt offen gelassen. Sie strebe eine Koalition an, mit der sie stabil und verlässlich arbeiten könne. Als denkbare Alternative zur Neuauflage von Rot-Schwarz könnte Rot-Rot in Frage kommen.

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In einem bestimmten Szenario könnte die SPD sogar die absolute Mehrheit erreichen. Laut Wolfgang Muno, Professor am Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften in Rostock, könnten 42 Prozent für die SPD für eine absolute Mehrheit reichen, wenn Grüne und FDP an der Fünfprozenthürde scheitern.

AfD könnte vor CDU landen

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Dem CDU-Landesvorsitzenden und Spitzenkandidat Michael Sack war es im Wahlkampf nicht gelungen, seine Partei in der Wählergunst wieder nach vorne zu bringen. Der CDU droht nun das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Letzten Umfragen zufolge könnte die AfD wieder zweitstärkste Kraft werden.

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Um die 71 Mandate im Landtag bewerben sich nach Angaben der Landeswahlleiterin 455 Kandidatinnen und Kandidaten von 24 Parteien sowie 9 Einzelbewerber. Es sind 36 Direktmandate zu vergeben, 35 weitere Abgeordnete kommen über die Landeslisten der Parteien ins Parlament.

Aktuell sind im Schweriner Landtag vier Parteien vertreten. Die SPD stellt 26 Abgeordnete, die CDU 18. Damit konnte sich die bisher regierende rot-schwarze Koalition auf eine solide Mehrheit von 44 Sitzen stützen. Die AfD, 2016 als zweitstärkste Kraft in den Landtag eingezogen und dann durch Austritt oder Ausschluss geschwächt, verfügte über 14 Mandatsträger. Sie verlor im Laufe der Legislaturperiode durch Austritt oder Ausschluss 4 Mandate. Die Linke stellte zuletzt 11 Abgeordnete. Hinzu kamen zwei fraktionslose Parlamentarier.

In den sechs Bundestagswahlkreisen Mecklenburg-Vorpommerns bewerben sich laut Landeswahlleiterin 129 Kandidatinnen und Kandidaten um die Mandate. Neben den Wahlkreisgewinnern haben weitere Bewerber, abhängig vom Zweitstimmenergebnis, die Chance, über die Landeslisten der Parteien in den Bundestag zu kommen. In der zu Ende gehenden Wahlperiode stellte Mecklenburg-Vorpommern dank Überhang- und Ausgleichsmandaten insgesamt 16 Abgeordnete. Sechs davon gehörten der Unionsfraktion an - die CDU gewann 2017 alle Direktmandate im Nordosten.

RND/dpa

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