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Landkreis Greiz will Corona-Tests ausweiten - Land stellt sich quer

  • Der Landkreis Greiz ist besonders betroffen von der Corona-Pandemie.
  • Landrätin Martina Schweinsburg fordert nun vom Land Thüringen, die Corona-Tests auszuweiten und die Kosten dafür zu tragen.
  • Doch Land und Krankenkassen stellen sich quer.
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Greiz. Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) hat das Land Thüringen aufgefordert, den Weg für die Ausweitung von Corona-Tests freizumachen und entsprechende Kosten zu übernehmen. Damit das Infektionsgeschehen nicht neu aufflamme, sei es dringend nötig, Kontaktpersonen von Infizierten auch dann zu testen, wenn sie noch keine Symptome zeigen, sagte Schweinsburg am Freitag.

Ein solches Vorgehen wird auch vom Bundesgesundheitsministerium befürwortet. Der Kreis Greiz habe das diese Woche mit Hilfe von drei Abstrichstellen mit erweiterten Öffnungszeiten starten wollen, erklärte die Landrätin. Doch das Land und die Krankenkassen weigerten sich, die Kosten der Tests zu tragen.

Greiz als Corona-Hotspot

Der Kreis Greiz zählte bislang bundesweit zu den Corona-Brennpunkten. Er hat unter den Landkreisen und kreisfreien Städten in Thüringen nicht nur die mit Abstand höchste Zahl bestätigter Corona-Infektionen (620), sondern auch die meisten Todesfälle (45). Zuletzt hat sich die Infektionsrate abgeschwächt und lag mit 23,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen unter den kritischen Marken. Die Zahlen beziehen sich auf Angaben der Staatskanzlei vom Freitag.

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Schweinsburg warnte vor einer „Scheinruhe“. Die Ausweitung der Tests sei wichtig, um künftige Infektionen einzudämmen, bevor Infizierte Covid-19-Symptome zeigen. Dazu müsse mehr und früher getestet werden. Zudem sprach sie sich für ein einheitliches Vorgehen der Länder bei den angestrebten Lockerungen von Corona-Beschränkungen aus - und gegen Alleingänge Thüringens. „Ich bin für Lockerungen, aber sie müssen abgestimmt sein“, betonte Schweinsburg. „Das Virus hält sich nicht an Länder- oder Landkreisgrenzen.“

RND/dpa

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