Lage in Tunesien entspannt sich offenbar

  • Tunesiens Präsident Saied hatte am Sonntagabend überraschend den Ministerpräsidenten entlassen und die Arbeit des Parlaments ausgesetzt.
  • Daraufhin kam es besonders in der Hauptstadt Tunis zu Protesten von Unterstützern beider Lager.
  • Das Parlamentsgebäude und wichtige Einrichtungen der Regierung waren weiterhin von Sicherheitskräften umstellt.
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Tunis. In Tunesien hat sich die Lage nach der Absetzung von Ministerpräsident Hichem Mechichi am Dienstag zunächst offenbar beruhigt.

In der Hauptstadt Tunis waren das Parlamentsgebäude und wichtige Einrichtungen der Regierung weiterhin von Sicherheitskräften umstellt.

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Tunesiens Präsident ruft nach Machtübernahme Ausgangssperre aus
1:42 min
Vor dem durch Soldaten abgeriegelten Parlamentsgebäude bewarfen sich Hunderte Gegner und Befürworter des Präsidenten mit Steinen.  © Reuters
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Präsident Kais Saied ordnete zudem an, dass sämtliche Arbeit in öffentlichen Einrichtungen für zwei Tage ausgesetzt wird. Bis Ende August gilt wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Diese gab es schon mehrfach, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Saied hatte den Regierungschef am Sonntagabend überraschend entlassen und die Arbeit des Parlaments ausgesetzt. Mechichi erklärte, die Verantwortung - wie vom Präsidenten verfügt - an einen Nachfolger übergeben zu wollen.

„Ich kann niemals ein Störfaktor oder Teil des Problems sein, der die Lage erschwert“, versicherte er am späten Montagabend. Er werde die Verantwortung abgeben, um „die Sicherheit aller Tunesier zu wahren“. Die Mitteilung war seine erste öffentliche Äußerung nach der Entmachtung.

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Mechichi hatte den Posten als Ministerpräsident im September 2020 angetreten. Er hatte dabei den Rückhalt der beiden stärksten Parteien im Parlament, die islamisch-konservative Ennahda und „Kalb Tounes“ (Herz Tunesiens).

Die beiden Parteien liegen wie Mechichi mit Präsident Saied über Kreuz. Die Spannungen zwischen Saied und Mechichi hatten unter anderem zugenommen, nachdem der Präsident sich im Januar weigerte, fast ein Dutzend neue Minister zu vereidigen.

RND/dpa

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