• Startseite
  • Politik
  • Kürzere Corona-Quarantäne: Verkürzte Quarantänedauer würde Wirtschaft helfen

Eine verkürzte Quarantänezeit würde der Wirtschaft helfen

  • Wie lässt sich Unternehmen in Zeiten der Corona-Pandemie helfen, ohne den Infektionsschutz zu vernachlässigen?
  • Reisebeschränkungen und Quarantänedauer wirken oft zu starr.
  • Dabei wäre die Politik gut beraten, in manchen Fragen mehr Risiko zu wagen, meint unser Autor Andreas Niesmann.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die deutsche Wirtschaft hadert mit den Reisebeschränkungen infolge der Corona-Pandemie, und man kann ihr Wehklagen durchaus verstehen. Wenn Monteuren der Weg zu ausländischen Kunden versperrt ist, wenn Vertriebler keine Aufträge bei internationalen Messen an Land ziehen können, wenn notwendige Investitionsentscheidungen ausbleiben, weil außereuropäische Meetings tabu sind, dann schadet das unserer Volkswirtschaft – also am Ende uns allen. Niemand, der seriös ist, wird dieses Problem bestreiten.

Dienstreisen sind auch in Corona-Zeiten möglich

Bei der Frage, was dagegen zu tun ist, wird die Sache allerdings schon komplizierter. Freier Reiseverkehr in Pandemiezeiten ist keine gute Idee, wie die steigenden Corona-Infektionszahlen zum Ende der Sommerferien eindrucksvoll belegt haben. Und es ist ja nicht so, als wenn die Bundesregierung Dienstreisen in Corona-Risikogebiete verboten hätte.

Anzeige

Reisewillige Beschäftigte dürfen fahren, wenn das Gastland sie denn einreisen lässt. Nach der Rückkehr wartet eine Quarantänephase – die eigentlich im Sinne der entsendenden Unternehmen sein sollte. Keinem Betrieb wäre geholfen, wenn Beschäftigte neben einem Auftrag auch noch eine Corona-Infektion aus dem Ausland mitbrächten und diese unter den Kollegen verteilten.

Anzeige

Reduzierung der Quarantänedauer ist sinnvoll

Die Frage, ob das Infektionsrisiko in den 160 Risikoländern außerhalb der EU gleich groß ist, darf allerdings durchaus gestellt werden. Und es wäre klug, wenn das Außenministerium sie künftig differenzierter beantworten würde. Auch wäre es sinnvoll, die Dauer der Quarantäne zu reduzieren. Selbst Charité-Virologe Christian Drosten hat eingeräumt, dass man von 14 auf zehn Tage heruntergehen könnte und dabei nur 10 Prozent der Infizierten übersehen würde. Das sei eine rein politische Entscheidung.

Anzeige

Das Risiko scheint beherrschbar. Die Politik sollte es eingehen.



  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen