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  • Kurzarbeitergeld wegen Corona: Gewerkschaften fordern deutliche Erhöhung

Gewerkschaften fordern deutliche Erhöhung von Kurzarbeitergeld

  • Wegen der Corona-Krise müssen etliche Menschen vom Kurzarbeitergeld leben.
  • Gewerkschaften fürchten, dass das Geld für niedrige Einkommensgruppen nicht ausreicht - sie wären auf zusätzliches Hartz IV angewiesen.
  • Der Gewerkschaftsbund fordert nun eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes.
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Essen, Berlin. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt davor, dass durch Corona-bedingte Kurzarbeit untere Einkommensgruppen in die Grundsicherung abrutschen. Betroffen sind davon vor allem Beschäftigte in Dienstleistungsberufen wie Einzelhandel, Gastronomie und der Gebäudereinigung, wie aus Daten des Gewerkschaftsbundes hervorgeht, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) berichteten. Auch Kulturschaffende, die oft ebenfalls geringe Einkommen haben, können demnach leicht unter die Grenze der Grundsicherung rutschen.

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Deutscher Gewerkschaftsbund fordert Anhebung des Kurzarbeitergeldes

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Da wegen der Corona-Krise die Arbeit in vielen Betrieben komplett ausgesetzt wurde, würden laut DGB derzeit viele Beschäftigte vollständig vom Kurzarbeitergeld leben. Für Mitarbeiter von Restaurants etwa, deren Arbeitsplätze geschlossen sind, bedeute dies, dass sie mit 720 Euro im Monat auskommen müssten. Gebäudereiniger hätten 780 Euro zur Verfügung. Zusätzliche Härten entstünden für Beschäftige, die bislang in Teilzeit gearbeitet haben. Viele von ihnen müssten ergänzend Hartz IV beantragen.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte eine deutliche Anhebung des Kurzarbeitergeldes. "Um halbwegs gut durchzukommen, sind mindestens 80 Prozent des normalen Verdienstes nötig", sagte Buntenbach den Funke-Zeitungen. Wenn Tausende zusätzlich Hartz IV beantragen müssten, weil sie von dem krisenbedingten Mini-Einkommen einfach nicht leben könnten, dann zahle das am Ende schließlich auch die Gemeinschaft. Kosten und Lasten der Krise müssten gerecht verteilt werden.

RND/epd

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