Mann in Ku-Klux-Klan-Maskierung schießt auf Autobahngegner

  • Immer wieder kommt es zu Attacken auf Gegner des Weiterbaus der Autobahn 14 in der Altmark (Sachsen-Anhalt).
  • Nun schoss ein Täter in Ku-Klux-Klan-Maskierung und verletzte zwei junge Menschen.
  • Der Grünen-Landeschef fordert Solidarität aus der Region.
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Seehausen. Ein mutmaßlicher Rechtsextremist hat Autobahngegner in Seehausen (Sachsen-Anhalt) mit einer Paintball-Waffe beschossen. Ein 20-jähriger Grünen-Politiker und ein zwölfjähriges Kind wurden von den Kugeln leicht verletzt.

Videoaufnahmen eines mutmaßlichen Mitstreiters vom Freitagabend, die in den sozialen Netzwerken kursieren, zeigen eine verkleidete, bewaffnete Person, die vom Bahnsteig aus auf eine Ansammlung von Menschen vor dem Bahnhofsgebäude schießt. Der Täter trägt eine Haube und eine Kutte, die an den Ku-Klux-Klan erinnert.

Das Bahnhofsgebäude in Seehausen wird als Treffpunkt von Gegnern des Weiterbaus der Autobahn 14 genutzt. In der Nähe haben Umweltaktivisten eine Forstplantage besetzt.

In den vergangenen Wochen kam es bereits mehrfach zu Attacken am Bahnhofsgebäude. Zunächst brannte ein Sofa, dann explodierte ein selbstgebauter Sprengsatz.

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Einer der Betroffenen, der 20-jährige Grünen-Kandidat Zoltán Schäfer, schildert in einer Pressemitteilung, wie er den Vorfall erlebt hat. Er spricht von „Todesangst“. Den Fluchtwagen beschreibt er als dunkelblau, von hinten aussehend wie ein Passat, der mit laufendem Motor auf dem Kiesweg gewartet habe.

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Er beklagt die mangelnde Solidarität vor Ort: „Immer noch heißt es in der öffentlichen Debatte nur A14 für und wider. Doch das ist längst nicht mehr das einzige Thema, welches im und um den Bahnhof präsent ist. Es geht um wiederkehrende Gewalt, die Leib und Leben von Bürgerinnen und Bürgern angreift.“ Auch die Befürworter des Autobahnbaus müssten sich gegen diese Gewalt aussprechen.

Der Grünen-Landesvorsitzende Sebastian Striegel schrieb auf Twitter: „So sehen Versuche aus, Angsträume zu etablieren. Die Baseballschlägerjahre sind nicht vorbei.“ Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte er: „Die rechten Angriffe auf junge Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten müssen enden. Egal, ob man deren Positionen zum Weiterbau der Autobahn teilt, es braucht jetzt Solidarität aus der Region. Bürgermeister, Landrat und Co. müssen sich äußern. Die extreme Rechte, darunter die AfD, hat die Gewalt durch ihre Stimmungsmache gegen die Protestierenden möglich gemacht. Das verurteile ich.“

Die Polizei leitete umgehend Ermittlungen ein. Es war ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Der Täter konnte bisher nicht gefunden werden, die Ermittlungen der Abteilung Staatsschutz bei der Polizeiinspektion Ştendal dauern an.

RND/jps/dpa

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