Geldwäsche-Verdachtsfälle bei Kryptowährungen nehmen stark zu

  • Die Zahl der Verdachtsmeldungen zur Geldwäsche mit Kryptowährungen hat laut dem Bundesfinanzministerium seit 2018 stark zugenommen.
  • Die EU-Kommission will mit neuen Beschränkungen für Bitcoin und andere Währungen gegen die Geldwäsche vorgehen.
  • Unter anderem sollen Wallets, anonyme digitale Geldbörsen, verboten werden.
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Berlin. Immer häufiger gehen bei den Behörden in Deutschland Verdachtsmeldungen zur Geldwäsche mit Kryptowährungen wie Bitcoin ein. Die Zahl solcher Verdachtsfälle bei der Geldwäsche-Spezialeinheit des Zolls (FIU) hat laut Bundesfinanzministerium seit 2018 deutlich zugenommen. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine FDP-Anfrage hervor, über die zunächst das „Handelsblatt“ berichtete.

Demnach lag die Zahl der Geldwäsche-Verdachtsmeldungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen 2018 noch bei rund 570. Im Jahr 2020 waren es bereits rund 2050. Das sei eine „zum gesamten Meldungsaufkommen überdurchschnittliche Steigerung“.

Belastbare Erkenntnisse über den Gesamtumfang der mit Kryptowährungen begangenen Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung gebe es nicht, erklärte das Ministerium. Grundsätzlich könnten aber alle Kryptowährungen zur Geldwäsche genutzt werden.

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EU will Wallets verbieten

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Um das einzudämmen, will die EU-Kommission neue Beschränkungen für Bitcoin und andere Währungen einführen. Transfers von Kryptowerten sollen so vollständig nachverfolgbar werden. Anonyme digitale Geldbörsen – sogenannte Wallets – sollen verboten werden.

Das Problem der Geldwäsche in Europa ist enorm. „Schätzungen zufolge belaufen sich verdächtige Transaktionen innerhalb Europas auf mehrere Hundert Milliarden Euro“, teilte jüngst der Europäische Rechnungshof mit. Geld, das zumeist mit Leid verbunden verdient wird - etwa durch Zwangsprostitution, Menschen- und Waffenhandel, Drogengeschäfte oder Erpressung – wird so in den normalen Wirtschaftskreislauf geschleust.

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FDP-Finanzexperte Frank Schäffler sagte dem „Handelsblatt“, ein Teil der gestiegenen Verdachtsmeldungen sei damit zu begründen, dass der Kryptomarkt größer geworden sei und zunehmend etablierte Institute einstiegen, die Verdachtsfälle konsequenter meldeten. Zugleich würden die Abgründe des Kryptomarkts deutlich: „Gerade die zunehmenden Erpressungsversuche im Mittelstand, bei denen Hacker Computer verschlüsseln und erst gegen Lösegeld in Form von Kryptowährungen wieder freigeben, haben die Sensibilität für das Geldwäscheproblem noch einmal erhöht.“

Die Strafverfolgungsbehörden müssten sich stärker mit Kryptowährungen auseinandersetzen, sagte Schäffler der Deutschen Presse-Agentur. „Staatsanwaltschaften brauchen ein Fitness-Programm, um mithalten zu können.“

RND/dpa

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