Kriminalstatistik: Dieses Land ist ziemlich sicher

  • Die Zahl der Straftaten ist in Deutschland erneut zurückgegangen.
  • Anders lautende Befürchtungen seit der Flüchtlingskrise haben sich nicht bestätigt.
  • Das liegt auch an der Wehrhaftigkeit des Staates, findet Markus Decker.
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Berlin. In normalen Zeiten ist die Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik ein Ereignis, das in den Nachrichten garantiert auf Platz eins landet – egal ob in Zeitungen, Hörfunk oder Fernsehen. Dies galt umso mehr seit der sogenannten Flüchtlingskrise 2015, in der neben der Tat mehr denn je die Frage in den Vordergrund rückte, woher ein Tatverdächtiger stammt.

2020 ist das aus bekannten Gründen alles anders. Im Übrigen entspricht die Statistik einem nicht – den gängigen Klischees.

Zunächst einmal ist die Zahl der offiziell registrierten Straftaten zurückgegangen – und zwar um 2,3 Prozent. Dies steht in klarem Widerspruch zu jenen Stimmen, die sagten, mehr Flüchtlinge würden auch mehr Kriminalität ins Land bringen. Der Fall ist nicht eingetreten.

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Schwindende Kriminalität ist ein Trend

Abermals zurückgegangen ist ferner die Zahl der Wohnungseinbrüche. Dabei verbreiteten Einbrecher vor ein paar Jahren noch Angst und Schrecken. Dass dem nicht mehr so ist, hat nicht zuletzt mit staatlich subventionierter Prävention durch den Einbau sicherer Türen und Fenster sowie mit zielgerichteter Polizeiarbeit zu tun. Der Staat hat sich als wehrhaft erwiesen – so wie er sich jetzt im Kampf gegen den Rechtsextremismus als wehrhaft erweist. Die schwindende Kriminalität ist ein Trend.

Allerdings sind die auf den Straßen für jedermann sichtbaren Repräsentanten dieses Staates, die Polizisten nämlich, selbst wachsenden Anfeindungen ausgesetzt. Das ist beklagenswert. Noch beklagenswerter ist der steigende sexuelle Missbrauch von Menschen, die sich nicht wehren können: der von Kindern.

Es ist bisweilen Usus geworden, ein verbreitetes Unsicherheitsgefühl ernster zu nehmen als die Polizeiliche Kriminalstatistik. Tatsächlich darf man ihr ungeachtet der fortexistierenden Dunkelziffer ruhig trauen. Sie sagt: Wir sind ein ziemlich sicheres Land.

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