Kriminalbeamte: Familienclans unterwandern Verwaltungen

  • In Deutschland sind zahlreiche kriminelle Familienclans vor allem aus dem arabischen Raum aktiv.
  • Nach Erkenntnissen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter versuchen sie, Einfluss auf die öffentliche Verwaltung zu bekommen.
  • Der Verband fordert spezielle Strafkammern für Clankriminalität.
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Berlin. Kurdisch-libanesische Clans versuchen offenbar zunehmend, Ausländerämter, Zulassungsstellen oder Jobcenter zu unterwandern. Der NRW-Vizechef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Oliver Huth, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Wir wissen, dass die organisierte Kriminalität (OK) zunehmend Einflussnahme auf die öffentliche Verwaltung ausübt. Entweder fließen Schmiergelder oder es erfolgen andere Vergünstigungen. Das gilt für Clans, aber auch etwa für Aktivitäten der italienischen Mafia hierzulande.“

Verrat geheimer Daten

Huth verwies in der Zeitung auf den Fall eines inzwischen enttarnten Drogenrings in Duisburg und dem rheinischen Wesseling um Zweige der kalabresischen N'drangheta, dem Polizisten und andere Amtsträger auf Wunsch geheime Daten herausgaben. „Bei den Clans ist es ähnlich, da gibt es Personen aus den Ämtern, die interne Informationen durchstechen“, so Huth.

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Er plädiert für die Einrichtung spezieller Strafkammern, die sich um Clankriminalität kümmern sollten. „Laut dem neuen bundesweiten OK-Lagebild führt NRW mit Abstand die meisten Clanverfahren“, führte Huth aus. „Es ist wichtig, die Familienstrukturen zu kennen, das komplizierte Personengeflecht zu durchblicken, den Umstand, dass viele kurdisch-libanesische Sippen Dutzende unterschiedliche Namen führen. Ein Richter sollte sich in dem speziellen Milieu auskennen, das ist Expertenwissen, das die Justiz sicherlich dringend braucht.“

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RND/dpa

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