Krim-Konflikt: Emotionale Heimkehr Dutzender Gefangener

  • 35 für 35: So lautet die Formel des großen Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine.
  • Die beiden Länder ließen für einen Moment ihre Feindschaft ruhen.
  • Beide Seiten sprechen von einem „wichtigen Schritt“.
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Moskau/Kiew. Rund fünf Jahre nach dem Beginn des Krim-Konflikts kam es am Samstag zu einem großen Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine. Fast zeitgleich starteten auf den Flughäfen in Kiew und in Moskau am Samstag Maschinen mit den freigelassenen Personen, wie ukrainische und russische Fernsehsender zeigten. Beide Länder sprechen von einem „wichtigen Schritt“. „Ich denke, das ist die erste Etappe. Und wir müssen alle Schritte unternehmen, um diesen schrecklichen Krieg zu beenden“, sagte Selenskyj am Samstag auf dem Flughafen von Borispol in Kiew.

Diese Stimmung könne genutzt werden für die Lösung weiterer Probleme, teilte eine russische Ministeriumssprecherin mit. „Wir begrüßen alle und sind froh, dass die russischen Bürger wieder zu Hause sind“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Kremlchef Wladimir Putin hatte zuvor den großen und richtungsweisenden Austausch angekündigt, der die Beziehungen beider Länder verbessern soll. Zuvor hatte Selenskyj am Freitagabend mehrere Inhaftierte begnadigt und damit den Austausch mit Russland vorbereitet. Ausgetauscht werden sollten auf jeder Seite 35 Gefangene. Wie viele Personen tatsächlich freigekommen sind, ist noch nicht bestätigt.

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Selenskyi nahm Seeleute in Empfang

In Kiew trafen auch die 24 ukrainischen Seeleute ein, die seit November in russischer Haft gesessen hatten. Die nun freigelassenen Seeleute waren Ende November mit ihrem Schiff auf dem Weg vom Schwarzen ins Asowsche Meer vor der Halbinsel Krim vom russischen Grenzschutz gewaltsam gestoppt worden. Moskau wollte die Matrosen wegen Grenzverletzung bestrafen. Ihnen drohten jeweils lange Haftstrafen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm die Freigelassenen in Empfang – mit Handschlag und Umarmung. Auch Angehörige warteten mit Tränen der Freude in den Augen auf dem Flughafen Borispol. In Moskau landete eine Maschine mit Gefangenen, die Kiew zuvor auf Verlangen der russischen Behörden aus der Haft entlassen hatte.

Angehörige begrüßen von Russland freigelassene, ukrainische Gefangene bei ihrer Ankunft am Flughafen Borispol und fallen ihnen um den Hals. © Quelle: Efrem Lukatsky/AP/dpa
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Der prominenteste Gefangene ist der ukrainische Filmemacher Senzow. Der Künstler wurde 2015 trotz internationaler Proteste wegen Terrorismusvorwürfen zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Erst im Juli hatte Selenskyj einen Austausch des Regisseurs gegen den mittlerweile von der Ukraine unter Auflagen freigelassenen Journalisten Kirill Wyschinski angekündigt.

Russland hatte vor gut fünf Jahren die ukrainische Halbinsel Krim annektiert. Seit 2014 stehen zudem Teile der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk an der Grenze zu Russland unter Kontrolle von Aufständischen, die von Moskau unterstützt werden. Bei Kämpfen dort wurden nach UN-Schätzungen rund 13.000 Menschen getötet.

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RND/dpa/ka