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  • Kriegsspiele im Wald: Polizei stellt Lastwagen voller Waffen sicher

Lastwagen voller Waffen sichergestellt

  • Die Polizei im Südwesten ermittelt gegen eine Gruppe, die sich in Wehrmachtsuniformen im Wald zu Kriegsspielen traf.
  • Dabei wurde eine Vielzahl von Waffen, Munition und Sprengstoff sichergestellt.
  • Die Razzia weckt Erinnerungen an einen ähnlichen Fall in der Region.
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Berlin. Der erste Hinweis kam von einem zufälligen Beobachter im Kreis Biberach in Baden-Württemberg: Eine Gruppe in Wehrmachtsuniformen treffe sich im Wald und spiele Krieg, teilte die Person der Polizei mit. Am Ende stand ein Großeinsatz gegen eine mutmaßlich rechtsextreme Gruppe: 19 Männer und Frauen im Alter zwischen 27 und 77 Jahren stehen im Verdacht, unter anderem gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Versammlungsgesetz verstoßen zu haben.

Polizei findet Waffen und verfassungsfeindliche Symbole

400 Polizisten waren in elf Landkreisen in Baden-Württemberg und Bayern im Einsatz. Sie beschlagnahmten unter anderem Computer, eine Vielzahl an Waffen, Munition, Uniformteile, Fahrzeuge und verfassungsfeindliche Symbole. Die Einsatzkräfte fanden überdies Granaten, für deren Begutachtung Sprengstoffexperten angefordert wurden. Eine Wohnungstür musste durch einen Schuss geöffnet werden.

Zum Abtransport der gefundenen Waffen mussten an mehreren Orten Lastwagen angefordert werden. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) lobte die Polizei: „Das ist ein guter, harter Schlag gegen extremistische Bestrebungen.“ Er versprach: „Die Hintergründe dieser Handlungen werden genauestens durch die Strafverfolgungsbehörden durchleuchtet.“

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Hintergründe sind noch unklar

Die Verdächtigen sind wieder auf freiem Fuß. Bei zwei Personen lägen „staatsschutzrelevante Erkenntnisse“ vor.

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Noch ist völlig unklar, welche Gefahr von der Gruppe ausging – ob es sich um eine rechtsextreme Wehrsportgruppe handelt oder ob die Beteiligten im Wald Schlachten des Zweiten Weltkriegs nachspielten. Auch die Gefährlichkeit der Waffen wird erst noch geprüft.

Ähnliche Gruppen sind bereits in der Vergangenheit in der Region aufgefallen. 2005 ergingen Haftbefehle gegen vier Personen, die detailgetreu Schlachten des Zweiten Weltkriegs nachgespielt hatten. Dabei wurden Dutzende Waffen sichergestellt, darunter auch Maschinengewehre und Sprengstoff. Die Gruppe galt wiederum als Nachfolgeorganisation einer Neonazi-Bande, die unter dem Namen „Europäischer Darstellungsverein für Lebendige Geschichte“ in Uniformen der Waffen-SS Kriegsspiele in Tschechien und der Slowakei organisiert hatte.

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