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Kriegsforscher: Iran versuchte, US-Opfer bei Angriffen zu vermeiden

  • Die Angriffe des Iran auf vom US-Militär genutzte Stützpunkte im Irak hatten eher symbolischen Charakter.
  • Das vermutet jedenfalls ein dänischer Kriegsforscher.
  • Peter Viggo Jakobsen wäre überrascht, wenn die USA darauf militärisch antworten.
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Teheran. Bei seinen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak hat der Iran nach Expertenansicht versucht, amerikanische Todesopfer zu vermeiden.

Es habe sich "um den kleinsten Angriff gehandelt, den der Iran ausüben konnte, während er zur gleichen Zeit sagen kann, seine Rache bekommen zu haben", sagte der Kriegsforscher Peter Viggo Jakobsen von der dänischen Verteidigungsakademie am Mittwoch.

"Wenn korrekt ist, was wir hören, haben sie die Amerikaner vorher gewarnt", sagte Jakobsen im dänischen Fernsehsender TV2. Damit hätten die Iraner alles ihnen Mögliche getan, um eine wie von US-Präsident Donald Trump angedrohte harte Reaktion zu umgehen. "Ich wäre sehr überrascht, wenn die Amerikaner entscheiden sollten, erneut militärisch zu antworten."

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In der Nacht zum Mittwoch beschoss der Iran zwei Stützpunkte im Irak, die vom US-Militär genutzt werden. Dies bezeichnete der Iran als angemessene Maßnahme zur Selbstverteidigung, nachdem die USA am Freitag auf irakischem Boden den iranischen General Ghassem Soleimani getötet hatten.

Die deutschen Soldaten im Nordirak sind von internationalen Partnern unmittelbar vor den in der Nacht zum Mittwoch erfolgten iranischen Raketenangriffen gewarnt worden. "Wir haben sofort alle im Camp befindlichen Soldatinnen und Soldaten über Sirenen alarmiert", erklärte Oberst i.G. Jörg Wellbrink am Mittwoch in Erbil.

Video
Iran macht Drohungen wahr: Angriffe auf US-Militär im Irak
1:11 min
Der Iran hatte „Schwere Rache“ wegen der Tötung Ghassem Soleimanis geschworen – nun macht die islamische Republik ernst und greift US-Truppen mit Raketen an.  © dpa

Der Offizier führt die derzeit etwa 100 im Nordirak stationierten Soldaten. Es seien dann schnell Schutzbauten aufgesucht worden. "Wir haben anschließend direkt dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr die Umstände gemeldet und stehen seit dieser Zeit im stetigen Kontakt."

RND/cle/AP

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