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Krieg um Berg-Karabach: Insgesamt mehr als 4600 Tote

  • Die Kampfhandlungen zwischen den Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan im Krieg um Berg-Karabach sind beendet.
  • Aserbaidschan sieht sich als Sieger und will das am 10. Dezember mit einer Militärparade feiern.
  • Die Gefechte haben bislang mehr als 4600 Todesopfer gefordert.
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Baku. Im jüngsten Krieg mit Armenien um die Region Berg-Karabach im Süden des Kaukasus sind auf Seiten Aserbaidschans mindestens 2783 Soldaten getötet worden. Die Regierung in Baku nannte am Donnerstag erstmals eine Zahl an Toten.

Mehr als 100 Soldaten würden noch vermisst, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. 1245 Verletzte würden weiterhin behandelt. Das Land hatte bisher mit Verweis auf die geltende Zensur während des Kriegsrechts keine Zahlen preisgegeben.

Der Kriegsgegner Armenien hatte zuletzt 1746 getötete Soldaten gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten in dem Krieg vom 27. Januar bis 9. November auf mehr als 4600 - einschließlich der zivilen Opfer beider Seiten. Aserbaidschan sieht sich als Sieger in dem 44-tägigen Konflikt. Feiern will das Land am 10. Dezember mit einer Militärparade, an der auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan teilnehmen soll, berichtete die unabhängige aserbaidschanische Nachrichtenagentur Turan.

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Wütende Armenier verlangen Rücktritt der Regierung
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Die Demonstranten fühlen sich verraten, weil Ministerpräsident Nikol Paschinjan einen Waffenstillstand mit Aserbaidschan unterschrieben hat.  © Reuters

Das Präsidentenamt in Baku erklärte, der zweite Karabach-Krieg gehe in die Geschichte als Vaterländischer Krieg ein, in dem Karabach nach „fast 30-jähriger armenischer Okkupation (...) von einer feindlichen Invasion befreit wurde“.

Rücktrittsforderungen gegen Regierungschef Nikol Paschinjan

Staatschef Ilham Aliyev erklärte den 8. November zum „Tag des Sieges“, der künftig jährlich gefeiert werde. An dem Tag war die für Aserbaidschan besonders wichtige Stadt Schuscha zurückerobert worden. Danach hatte Armenien praktisch kapituliert in einem von Russland vermittelten Abkommen.

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Seither kommt es in der armenischen Hauptstadt Eriwan immer wieder zu Protesten mit Rücktrittsforderungen gegen Regierungschef Nikol Paschinjan. Er sieht sich als „Verräter“ in der Kritik, weil er mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Aliyev in dem Abkommen auch die kampflose Übergabe größerer Gebiete an Aserbaidschan zusicherte. An diesem Samstag sind neue Massenproteste in Eriwan geplant.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken kämpfen seit Jahrzehnten immer wieder um Berg-Karabach. Nun holte sich das islamisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des Anfang der 1990er verlorenen Gebiets zurück. Das Land wurde von seinem „Bruderstaat“ Türkei unterstützt. Als Schutzmacht Armeniens gilt Russland, das 2000 Friedenssoldaten zur Überwachung der Waffenruhe in die Region geschickt hat.

RND/dpa

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