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Kommentar zur Kornkammer Ukraine

Krieg bedeutet Hunger – weltweit

Erntereifer Weizen leuchtet auf einem Getreidefeld – hier nicht in der Ukraine, sondern in Hessen (Symbolfoto).

Berlin. Traktoren in der Ukraine scheinen derzeit vor allem eine Aufgabe zu haben: russische Panzer abschleppen. Es sind Bilder, die über die sozialen Medien verbreitet werden, Ausschnitte aus einem Land im Krieg, deren Wahrheitsgehalt schwer überprüfbar ist.

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Aber eins ist sicher: Wenn geschossen wird, wird nicht gesät und geerntet. Arbeiter flüchten oder kämpfen, Saatgut, Dünger, Futtermittel kann nicht geliefert oder ausgebracht werden. Wo schon etwas wächst, bleiben die Früchte auf dem Feld. Und wenn nicht gesät und geerntet wird, dann wird das Essen knapper und teurer. Das gilt für die Ukraine, es gilt für Europa.

3 Dollar am Tag

Und ganz besonders zu spüren bekommen das die in der Welt, die ohnehin schon wenig haben und sich nun noch weniger leisten können: Für rund 1,8 Milliarden Menschen sind 3 Dollar am Tag schon viel Geld. Da geht es dann nicht um Autos, die nicht fahren, sondern um Mägen, die nicht gefüllt werden. Krieg ist existenziell, auf so vielen Ebenen.

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Seit Ausbruch des Krieges: 564 Zivilisten laut UN in der Ukraine gestorben

Der Ukraine-Krieg fordert nicht nur unter den Soldaten Todesopfer, auch immer mehr Zivilisten sind betroffen.

Weder der Krieg noch der Hunger können kaltlassen. Und wem das menschliche Leid nicht nahe genug geht, der mag sich vor Augen halten, dass aus der Not die nächsten Krisen entstehen. Mangel gebiert Konflikte, wer nichts mehr zu essen hat, kommt auf die Idee, dass das Leben und vor allem das Überleben anderswo einfacher sein könnte.

Es ist daher wichtig, auch diese Krise nicht nur allein aus der nationalen Perspektive zu denken. Es bringt nichts, nur die eigenen Kornspeicher zu füllen oder gar Exportverbote zu verhängen.

Wenn im Herbst nicht eine große Hungersnot unter anderem in afrikanischen Ländern als nächste Megakrise über die Welt hereinbrechen soll, muss jetzt vorgesorgt werden: mit Finanzhilfen und Ersatzlieferungen. Und mit einer vernünftigen Debatte darüber, wie langfristig Ernährung gesichert werden kann. Denn auch ohne Kriege wird die Versorgungslage massiv bedroht: durch den Klimawandel.

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