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Ermittlungen laufen an

Berichte über Vergewaltigungen häufen sich nach russischem Rückzug in Ukraine

Eine Frau vor einem Fenster, aufgenommen in der ukrainischen Stadt Charkiw.

Mit dem Rückzug russischer Truppen aus Städten und Vororten rund um Kiew mehren sich die Vorwürfe besonders von ukrainischen Frauen und Kindern, russische Soldaten hätten sie während der Besatzung ihrer Heimat vergewaltigt. Erste Anschuldigungen aus dem lange Zeit belagerten Cherson tauchten bereits Anfang März auf, nach der Befreiung berichten immer mehr Frauen von russischen Kriegsverbrechen.

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Die Vereinten Nationen kündigten zuletzt an, die sich häufenden Berichte einzeln untersuchen zu wollen. Es bleibt unklar, ob hinter den Vergewaltigungen an der ukrainischen Bevölkerung Kalkül steckt. Experten finden jedoch Indizien für eine grausame Kriegsstrategie.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte bereits Mitte April, ukrainische Ermittler hätten Berichte über „Hunderte von Vergewaltigungsfällen“ in Gebieten erhalten, die zuvor von russischen Truppen besetzt waren, einschließlich sexueller Übergriffe auf kleine Kinder. Augenzeugen berichten von Massenvergewaltigungen, Übergriffen mit vorgehaltener Waffe und Vergewaltigungen vor Kindern.

„Vergewaltigung ist ein zu wenig gemeldetes Verbrechen und ein stigmatisiertes Thema, selbst in friedlichen Zeiten. Ich mache mir Sorgen, dass das, was wir erfahren, nur die Spitze des Eisbergs sein wird“, erklärte Katerina Cherepakha, Direktorin von La Strada Ukraine, einer Wohltätigkeitsorganisation, die Überlebende von Menschenhandel, häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen unterstützt, zuletzt beim „Guardian“.

Am Donnerstag berichtete der US-Sender CNN vom Schicksal einer 16‑jährigen Ukrainerin, die mutmaßlich von einem russischen Soldaten vergewaltigt worden sein soll. Später sei sie zu einem Kommandanten geführt worden, der sie zu ihrem Schicksal befragt hätte. Wie mit ihrem mutmaßlichen Täter dann verfahren wurde, wisse die 16‑Jährige nicht. Ukrainische Behörden hätten den mutmaßlichen Vorfall inzwischen als Kriegsverbrechen bestätigt.

Vergewaltigung als Kriegsstrategie?

US-Außenminister Antony Blinken sprach bereits nach den Berichten über mutmaßlich russische Gräueltaten in Butscha Anfang April über die sexuelle Gewalt durch russische Truppen als Kriegsstrategie. Laut Blinken seien die Bilder aus Butscha von getöteten Zivilisten kein Beweis für die „zufällige Tat einer Schurkeneinheit“, sondern eine „vorsätzliche Kampagne zum Töten, Foltern und Vergewaltigen“.

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Auch der Militärexperte Gustav Gressel erklärte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass Vergewaltigungen von ukrainischen Frauen keine Einzelfälle seien: „Die russischen Soldaten kriegen zum Teil von der Armee selber Kondome in die Ausstattung.“ Die Vermutung liege nahe, dass sie sich damit an ukrainischen Frauen vergehen sollten.

Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe gelten als Kriegsverbrechen und als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Sowohl die ukrainischen Behörden als auch der Internationale Strafgerichtshof der Vereinten Nationen kündigten zuletzt an, Ermittlungen zu gemeldeter sexueller Gewalt einzuleiten.

RND/hyd

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