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Es herrscht ein anderer Ton

Ukraine optimistisch: Verhandlungen mit Russland sind konstruktiver geworden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew.

Kiew. Die ukrainische Regierung sieht Fortschritte bei den Verhandlungen mit Russland über ein Ende des Krieges. Die Gespräche seien „konstruktiver“ geworden, sagte der ukrainische Präsidentenberater Ihor Showkwa am Dienstag der Agentur Unian zufolge.

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„In den ersten Runden war Russland nicht bereit, unsere Position anzuhören, sondern hat Ultimaten gestellt: dass die Ukraine sich ergibt, die Waffen niederlegt, dass unser Präsident eine Kapitulation unterzeichnet“, sagte Showkwa. „Nun spricht Russland in einem etwas anderen Ton.“

Russland und die Ukraine verhandelten am Montag und Dienstag in einer Videoschalte. Showkwa sagte, die ukrainische Delegation sei „verhalten optimistisch“. Ein Durchbruch könne aber erst durch ein Eingreifen der Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin erreicht werden.

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Einen Grund für die die Fortschritte nannte Showkwa nicht. Allerdings gab es in den vergangenen Tagen immer mehr Tote und Verletzte in der russischen Armee. Die Ukraine konnte Städte zurückerobern und Angriffe Russlands abwehren. Der Generalleutnant a.D. der Bundeswehr, Heinrich Brauß, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Mehr als den Streifen im Süden und Gebiete im Norden und Osten konnte Russland auch nach mehr als drei Wochen Angriff bisher nicht einnehmen. Ich habe inzwischen Zweifel, ob die russische Armee überhaupt zu viel mehr logistisch in der Lage ist.“ Derzeit sehe es danach aus, dass Russland die ukrainische Armee nicht besiegen und das gesamte Land einnehmen könne. „Moskau hat sich von Beginn an schwer getäuscht in der Einschätzung der Qualität der ukrainischen Armee.“

Die Ukraine fordert ein Ende des Kriegs und einen Abzug der russischen Truppen. Moskau verlangt unter anderem, dass Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch sowie die ostukrainischen Separatistengebiete als unabhängige Staaten anerkennt.

Der Politikwissenschaftler Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck gab zu bedenken: „Wenn Selenskyj gegenüber Russland Zugeständnisse macht, bleibt abzuwarten, ob er eine solche weitreichende politische Kapitulation überhaupt gegenüber dem Parlament durchsetzen kann.“ Der Russland-Experte rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Krieges, wie er dem RND sagte.

RND/dpa/scs

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