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Rede vor ukrainischem Parlament

Zweiter Besuch: Polnischer Präsident Duda in die Ukraine gereist

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (rechts) und der polnische Präsident Andrzej Duda in Kiew.

Warschau. Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda ist zum zweiten Mal seit April in die ukrainische Hauptstadt Kiew gereist. Der Besuch war vorher nicht angekündigt worden. Als erster ausländischer Staats- oder Regierungschef seit dem Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine hielt er am Sonntag eine Rede vor dem ukrainischen Parlament. Dort schlage „das Herz einer freien, unabhängigen und demokratischen Ukraine“, sagte Duda laut einem Bericht der polnischen Nachrichtenagentur Pap.

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Polen gilt als enger Unterstützer der Ukraine und hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf das Nachbarland Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Zudem gelangen über Polen humanitäre Hilfe und Waffen in die Ukraine. Nach der Blockade ukrainischer Häfen durch Russland läuft ein Teil der ukrainischen Exporte von Getreide und anderen Agrarprodukten über Polen.

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Polen unterstützt eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die EU auf, sich schnellstmöglich mit dem EU-Beitritt zu befassen. „Ich will betonen, dass es bei unserem europäischen Integrationsweg nicht nur um Politik geht“, sagte Selenskyj am Samstag. „Es geht um Lebensqualität. Und um die Tatsache, dass die Ukrainer die Werte des Lebens genau so auffassen wie die große Mehrheit der Europäer.“

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„Die freie Welt hat das Gesicht der Ukraine“

Die EU soll über eine mögliche Aufnahme der Ukraine bei einem Gipfel Ende Juni in Brüssel beraten. Der französische Europa-Minister Clément Beaune sagte am Sonntag im Sender Radio J, es könnte bis zu 20 Jahre dauern, bis die Ukraine Mitglied sei. „Wir müssen ehrlich sein“, sagte Beaune. „Wenn Sie sagen, dass die Ukraine in sechs Monaten, oder einem Jahr oder zwei, der EU beitritt, lügen Sie.“

Duda sagte, „die freie Welt hat das Gesicht der Ukraine“. Die russischen Angreifer hätten es trotz aller Zerstörung und Verbrechen und des Leids für die Ukrainer nicht geschafft, diese zur Aufgabe zu bewegen, sagte Duda dem Parlament. „Und ich bin der festen Überzeugung, dass sie es niemals schaffen werden.“

Der ukrainische Botschafter in Polen hatte am Samstag erklärt, er hoffe, dass die EU bald Milliarden Euro für Polen freigebe, damit die Unterstützung für sein Land nicht „auf Kosten des polnischen Volks“ gehe. Zwar sei es trotz der Aufnahme von Millionen Ukrainern bislang nicht zu größeren sozialen Spannungen gekommen, sagte Andrij Deschtschyzja. Angesichts der Dimension der polnischen Hilfe befürchte er aber, dass sich das ändern könnte.

Deschtschyzja bezog sich auf die für Polen vorgesehenen 36 Milliarden Euro aus dem Corona-Wiederaufbaufonds, die von der EU-Kommission wegen Bedenken über die Rechtsstaatlichkeit im Land bislang zurückgehalten werden.

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RND/AP

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