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Folter, Beschuss, „Genozid“

Bürgermeister von Mariupol wirft Russland schwere Kriegsverbrechen vor

Die Hand einer in Mariupol getöteten Person. (Symbolfoto)

Der Bürgermeister der ostukrainischen Hafenstadt Mariupol, Wadym Boitschenko, hat die Situation in der von russischen Truppen besetzten Stadt als immer noch sehr schwierig bezeichnet. Evakuierungen seien weiter nicht möglich, weil die Besatzungstruppen keine Busse durchlassen würden, sagte Boitschenko in einem Videointerview.

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Viele Menschen seien aus Angst vor russischen Angriffen in der Stadt geblieben. „Nur vier Busse konnten die Stadt heute verlassen“, berichtete der Bürgermeister. In diesen sei 80 Bewohnerinnen und Bewohnern die Flucht gelungen. Allerdings seien noch mehr als 100.000 Menschen von Putins Truppen in der Stadt „gefangen genommen“.

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Nach Angaben des Bürgermeisters gebe es derzeit keine weiteren Fahrzeuge, obwohl gut 22 Busse erwartet worden seien. Seit den ersten Märztagen habe es Möglichkeiten gegeben, Evakuierungen durchzuführen. Doch immer wieder hätten die Angreifer die Rettung von Zivilisten verhindert, durch andauernde Angriffe und die Zerstörung von Bussen.

Mariupol-Bürgermeister: russische Soldaten verscharren Leichen in Massengräbern

Viele Bewohner der Stadt seien bereits Opfer von Folter und Gefangennahme durch russische Truppen geworden, beschreibt Boitschenko. Er bezeichnete das Vorgehen als „Genozid“ und „Kriegsverbrechen“. Putins Soldaten würden die Ukrainerinnen und Ukrainer als Geiseln in der Stadt festhalten. Es seien bereits mehr als 10.000 Bürgerinnen und Bürger der Stadt in den Straßen Mariupols gestorben. Boitschenko berichtete, dass ihre Leichen aber nach und nach von den Straßen verschwinden würden. Er warf den russischen Truppen vor, sie in Massen­gräbern zu verscharren.

Man benötige zumindest einen Tag stabiler Waffenruhe, um die Evakuierung durchführen zu können, forderte der Bürgermeister. Er appellierte an alle Verbündeten der Ukraine, dies umzusetzen.

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Boitschenko geht davon aus, dass zwischen 300 und 1000 Zivilisten noch immer im Stahlwerk Asowstal ausharren. Es sei aber unmöglich, die Menschen zu zählen, da die Fabrik noch immer Ziel von Angriffen sei.

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