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Äthiopien: Führung in Tigray spricht von weiteren Gefechten

  • Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte sich nach seiner Militäroffensive gegen die abtrünnige Region Tigray zum Sieger erklärt.
  • Der flüchtige Regierungschef von Tigray erkennt das jedoch nicht an und spricht von weiteren Gefechten.
  • Er wirft dem äthiopischen Militär eine „Kampagne des Völkermords“ vor – da die Region abgeschottet ist, lassen sich keine Opferzahlen überprüfen.
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Nairobi. Der Konflikt um die äthiopische abtrünnige Region Tigray dauert nach Angaben der Regionalführung an. „An jeder Front“ gingen die Gefechte weiter, sagte der flüchtige Regierungschef von Tigray, Debretsion Gebremichael, in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AP.

Vor zwei Tagen hatte der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed den Sieg seiner Truppen in Tigray erklärt. Das erkannte Debretsion jedoch nicht an und sagte vielmehr gegenüber der AP, seine Seite sei sicher, zu gewinnen.

„Kampagne des Völkermords“

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Er warf den äthiopischen Soldaten der Zentralregierung vor, eine „Kampagne des Völkermords“ gegen die Bevölkerung von Tigray geführt zu haben. Abiy müsse „den Wahnsinn beenden“ und seine Truppen abziehen.

Es gebe viele zivile Opfer, sagte Debretsion und erklärte zugleich, er habe keine Schätzung der Zahlen. Die äthiopischen Truppen beschuldigte er, „überall, wo sie hingehen, zu plündern“.

Die Region Tigray ist von allen Kommunikationswegen abgeschnitten worden. Daher ist unbekannt, wie viele Menschen seit Beginn der Kämpfe Anfang November getötet worden. Die Bundes- und die Regionalregierung sprechen sich jeweils die Legitimität ab.

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Die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF war vor Abiys Machtanritt 2018 eine dominierende Kraft auf Bundesebene.

RND/AP

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