Kretschmer lehnt Aufnahme von Flüchtlingskindern ab

  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht sein Land nicht in der Lage, Flüchtlingskinder von den griechischen Inseln aufzunehmen.
  • Der CDU-Politiker beklagt, deutsche Politiker machten es sich mit entsprechenden Forderungen zu leicht.
  • Wichtiger sei die Frage nach der Stabilisierung Syriens.
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Berlin. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingskindern von den griechischen Inseln ausgesprochen. “Unser Herz ist groß, aber unsere Möglichkeiten sind begrenzt”, sagte der CDU-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND, Samstag).

Zwar sei es “verwerflich”, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Menschen für politische Zwecke instrumentalisiere. “Aber auch hierzulande sind verschiedenste politische Lager schnell mit Forderungen bei der Hand, ohne sich mit der eigentlichen Frage befassen zu wollen”, beklagte Kretschmer.

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An einigen Frontlinien habe es in der Nacht aber sporadisches Maschinengewehr- und Granatwerferfeuer, berichten Bewohner und Oppositionsführer.  © Marina Kormbaki/Reuters
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Wichtiger als die Frage, ob Deutschland unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Asyl gewähren könne, sei jene nach Mitteln zur Beendigung des syrischen Bürgerkrieges. “Was ist der europäische Beitrag zur Stabilisierung dieses Landes? Das ist die unangenehme, eigentliche Frage”, sagte Kretschmer dem RND.

Auch zur Lage seiner Partei äußerte sich Kretschmer im Gespräch mit dem RND. Er rief die CDU zu einem fairen Wettstreit um den Parteivorsitz auf. “Im Jahr 2018 war der Wettstreit um den Parteivorsitz von beispielhaftem Gemeinsinn geprägt. Das sollte diesmal auch so sein”, sagte Kretschmer.

Die bei der Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden unterlegenen Kandidaten müssten loyal sein. “Es kann nur eine Person gewählt werden. Die unterlegenen Kandidaten sollten das Angebot zur Mitarbeit erhalten und annehmen”, forderte der sächsische CDU-Landeschef. “Um die nächste Bundestagswahl zu gewinnen, brauchen CDU und CSU jedes politische Talent und die gesamte Breite einer Volkspartei”, betonte Kretschmer.

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Die NGO "Mare Liberum" berichtet von Angriffen auf ihre Mitarbeiter und nennt die Inseln in der Ägäis "Gefängnisinseln der EU".  © Marina Kormbaki/Reuters

Er selbst habe sich bereits für einen der drei aussichtsreichsten Kandidaten entschieden. Kretschmer wollte jedoch nicht verraten, ob sein Favorit Armin Laschet, Freidrich Merz oder Norbert Röttgen ist. “Ich wünsche mir eine offene und faire Diskussion und eine unabhängige Entscheidung jedes Delegierten. Deshalb behalte ich meine Wahlentscheidung für mich”, sagte er.

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Überdies wies Kretschmer Klagen aus der Thüringen-CDU zurück, wonach sie von der Bundespartei im Drama um die Ministerpräsidentenwahl im Stich gelassen worden sei. “Man muss die eigenen Dinge schon selbst klären”, unterstrich der sächsische Ministerpräsident.


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