Kretschmer für Aufnahme russischer Corona-Patienten

  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will, dass Covid-19-Patienten aus Russland in Deutschland aufgenommen werden.
  • Für den CDU-Politiker wäre das “ein starkes Zeichen der Europäischen Union".
  • Russland ist besonders schlimm betroffen von der Verbreitung des Coronavirus.
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Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich für eine Aufnahme russischer Covid-19-Patienten in Deutschland ausgesprochen. “Es wäre ein starkes Zeichen der Europäischen Union, wenn wir auch Patienten aus Russland bei uns behandeln würden”, sagte der CDU-Politiker dem “Spiegel”. “Wir versuchen insgesamt in Europa zu helfen. Und ich finde, wir sollten auch solidarisch sein mit Russland.”

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Chronologie des Coronavirus
2:18 min
Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © RND

Sachsen hatte 14 Corona-Patienten aus Italien und Frankreich aufgenommen. Einige von ihnen starben, andere konnten nach wochenlanger Behandlung aus den Krankenhäusern entlassen werden.

Russland ist nach Erhebungen der US-Universität Johns Hopkins nach den USA das Land mit den weltweit meisten Corona-Infektionen. Mit Stand Freitag haben sich nach russischen Behördenangaben mehr als 326 400 Menschen mit dem Virus infiziert. Es wurden 3249 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit registriert. 99 800 Menschen galten als genesen. Seit Tagen ist die Zahl der Neuinfizierten unter 10 000.

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Putin sieht erste Erfolge im Kampf gegen Corona

Der russische Präsident Wladimir Putin sieht erste Erfolge. Die Lage habe sich im ganzen Land stabilisiert, sagte er am Freitag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. „Bisher ist diese positive Dynamik nicht so schnell, wie wir uns das wünschen. Manchmal ist sie instabil, aber sie existiert.“ Etwa 165 000 Corona-Patienten könnten die Kliniken aufnehmen. 30 Prozent dieser Betten seien derzeit nicht belegt.

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Die Hälfte aller Corona-Fälle entfallen auf die Millionenmetropole Moskau. Dort gelten seit Wochen strenge Ausgangssperren. Nennenswerte Erleichterung stellte Bürgermeister Sergej Sobjanin noch nicht in Aussicht, erst wenn die Zahl der Neuinfektionen deutlich sinke.

Nur kleine Lockerungen

Vom kommenden Montag an soll es lediglich kleinere Lockerungen geben. Laut Stadtverwaltung öffnen dann weitere staatliche Dienstleister, aber nur mit vorherigem Termin. Carsharing soll wieder möglich sein. Ein Auto muss aber mindestens fünf Tage lang gemietet werden.

Putin mahnte, Russland müsse auch für eine zweite Corona-Welle im Herbst gewappnet sein. Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa sagte: „Die Zahl der Toten dürfte im Mai ernsthaft steigen.“

RND/dpa

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