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Kretschmann-Lob für Özdemir löst Konter der Grünen-Spitze aus

  • Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), hat den ehemaligen Parteichef Cem Özdemir gegenüber dem RND als möglichen Kanzlerkandidaten ins Gespräch gebracht.
  • Bundesgeschäftsführer Michael Kellner widerspricht.
  • Er verweist auf Karrieremöglichkeiten im Ländle.
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Berlin. Die jüngsten Äußerungen von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) über etwaige Kanzlerqualitäten des ehemaligen Parteivorsitzenden Cem Özdemir haben bei den Grünen Widerspruch hervorgerufen.

„Es erstaunt mich, dass Winfried Kretschmann jetzt schon wieder eine Personaldebatte aufmacht“, sagte der Politische Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der Deutschen Presse-Agentur. Es gelte weiter, dass die Fragen geklärt würden, wenn sie anstünden, und zwar als Bundespartei. Die Grünen hätten gerade erst mit Rekordwerten wiedergewählte, „bärenstarke“ Vorsitzende und kümmerten sich um Inhalte. Im Bund gebe es gerade keine Ministerien, die die Grünen besetzen könnten – „wenn überhaupt hat Winfried vielleicht in Baden-Württemberg etwas für ihn“, sagte Kellner.

Zuspruch aus der Fraktion

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Der grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hingegen: „Cem Özdemir ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, einer unserer besten Wahlkämpfer und beliebtesten Politiker. Ich bin mir sicher, dass sich unsere Führung konkret darüber Gedanken macht, wie wir ihn bei der Aufstellung für die kommende Bundestagswahl ganz vorne mit einbinden können.“

Kretschmann hatte dem RND gesagt, neben den amtierenden Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock sei auch Özdemir kanzlerfähig. „Was soll an Robert Habeck, Annalena Baerbock und Cem Özdemir schlechter sein als an den Kandidaten, die sonst noch gehandelt werden?“, sagte er. Özdemir sei ein sehr talentierter Politiker mit einer bemerkenswerten Biografie. „Vom Kind einer Gastarbeiterfamilie zum Grünen-Vorsitzenden, das ist schon ein beachtlicher Weg und eine große Ermutigung für viele Menschen.“ Zudem sei Özdemir ein großartiger Redner und sachkundig.

Kretschmann hatte Habeck Anfang November einen geeigneten Kanzlerkandidaten genannt und Baerbock zunächst nicht erwähnt; später hatte er sich noch einmal ähnlich geäußert. Dabei versucht die Grünen-Spitze, die Debatte ins Leere laufen zu lassen. Habeck sagte am Tag nach dem Bundesparteitag in Bielefeld auf die Frage eines Journalisten nach der Kanzlerkandidatur: „Das nervt.“

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Grüne Führung genervt

In führenden Parteikreisen heißt es, beide würden die Frage der Kanzlerkandidatur letztlich unter sich ausmachen., sprich: Habeck oder Baerbock würden zugunsten des jeweils anderen verzichten. Man könne der Partei nicht zumuten, zwischen zwei beliebten Vorsitzenden zu wählen. Das alles ist für die Grünen Neuland, weil es einen grünen Kanzlerkandidaten noch nie gab.

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Özdemir, der im September vergeblich für den Vorsitz der Bundestagsfraktion kandidiert hatte, kommt aus dem baden-württembergischen Bad Urach. Auch deshalb war immer wieder spekuliert worden, dass er Kretschmann als Ministerpräsident in Baden-Württemberg beerben könnte. Der 71-jährige Kretschmann will aber zur Landtagswahl 2021 wieder antreten, sodass die Aufstiegsmöglichkeiten des 53-jährigen Özdemir einstweilen sowohl in Berlin als auch in Stuttgart versperrt sind. Özdemir äußerte sich auf Anfrage nicht.