Kremlgegner Nawalny in Straflager in Pokrow zurückverlegt

  • Wegen seines besorgniserregenden Gesundheitszustandes war Kremlgegner Alexej Nawalny vor anderthalb Monaten in ein anderes Straflager mit Krankenstation verlegt worden.
  • Nun ist er wieder in Pokrow, wo er ursprünglich inhaftiert war.
  • Außerdem darf er inzwischen offenbar lesen, was er will.
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Moskau. Der Kremlgegner Alexej Nawalny ist nach seinem Hungerstreik wieder ins ursprüngliche Straflager zurückverlegt worden. Der 45-Jährige sei nach Pokrow etwa 100 Kilometer östlich der russischen Hauptstadt Moskau gebracht worden, schrieb seine Sprecherin Kira Jarmysch am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Nawalny war vor gut anderthalb Monaten in ein anderes Straflager mit Krankenstation in der Stadt Wladimir transportiert worden, weil es ihm immer schlechter ging. Wenig später beendete er den Hungerstreik. Er wollte damit eine bessere medizinische Versorgung erreichen.

Der Gegner von Präsident Wladimir Putin zog zudem am Montag Klagen gegen das Straflager in Pokrow zurück. Nawalny hatte kritisiert, dass in Zeitungen, die er in der Haft lesen wollte, Artikel gefehlt hätten. Zudem habe er einen mitgebrachten Koran nicht nutzen dürfen. Nun gebe es keine Zensur mehr, zitierte ihn der unabhängige Internetsender Doschd nach einer Gerichtsanhörung. „Wir haben alles erreicht.“ Er habe nun neben dem Koran auch eine Bibel.

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Der Oppositionspolitiker wurde Mitte Januar bei seiner Rückkehr aus Deutschland nach Russland an einem Moskauer Flughafen festgenommen. Kurz darauf verurteilte ihn ein Gericht zu mehreren Jahren Straflager. Er soll gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben, während er sich in Deutschland von einem Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok erholte. Das Urteil wurde international als politisch motiviert kritisiert.

RND/dpa

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