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“Kränkung”: Holocaust-Überlebende kritisiert Berliner Finanzamt

  • Das Berliner Finanzamt hatte der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes die Gemeinnützigkeit aberkannt.
  • Das kritisiert nun die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano in einem offenen Brief an Finanzminister Scholz.
  • Darin bezeichnet sie die Aberkennung vor dem Hintergrund rechtsextremer Bedrohungen als “Kränkung”.
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Berlin. Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano hat die Bundesregierung aufgefordert, gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) vorzugehen. "Als zuständiger Minister der Finanzen fordere ich Sie auf, alles zu tun, um diese unsägliche, ungerechte Entscheidung der Aberkennung der Gemeinnützigkeit der Arbeit der VVN-BdA rückgängig zu machen und entsprechende Gesetzesänderungen vorzuschlagen", schrieb Bejarano in einem offenen Brief an Finanzminister Olaf Scholz (SPD), der am Montag veröffentlicht wurde.

Die 94-jährige Ehrenvorsitzende der VVN-BdA bezeichnete die Entscheidung vor dem Hintergrund alltäglicher rechtsextremer Bedrohungen als "Kränkung". "Das Haus brennt - und Sie sperren die Feuerwehr aus!", schrieb sie.

Aberkennung wegen Verfassungsschutzberichten

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Die Vereinigung wurde von Überlebenden der deutschen Konzentrationslager gegründet, nimmt aber auch jüngere Antifaschisten auf. Das Berliner Finanzamt für Körperschaften I hatte dem Verein die Gemeinnützigkeit entzogen, weshalb ihm nun nach eigenen Angaben hohe Steuernachzahlungen drohen. In einem Schreiben des Finanzamts wird die Entscheidung damit begründet, dass der Verein in den Verfassungsschutzberichten Bayerns seit Jahren als linksextreme Vereinigung geführt wird.

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RND/dpa