Krankenkassen fehlen im kommenden Jahr 16,6 Milliarden Euro

  • Die Pandemie hat die Krankenkassen im ersten Halbjahr entlastet, weil Operationen verschoben wurden und viele Patienten aus Sorge vor Ansteckung nicht zum Arzt gegangen sind.
  • Inzwischen hat sich die Entwicklung aber normalisiert.
  • Und im kommenden Jahr drohen enorme Löcher, wie das RND exklusiv erfahren hat.
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Berlin. Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen durch die Kosten der Corona-Pandemie und den Konjunktureinbruch im kommenden Jahr fast 17 Milliarden Euro, um die Beitragssätze wie von der Bundesregierung geplant stabil zu halten. Das geht aus einer aktuellen Finanzprognose hervor, die der Spitzenverband der Krankenkassen auf fachlicher Ebene mit dem Bundesgesundheitsministerium abgestimmt hat. Sie liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor.

Danach beträgt die Lücke 16,6 Milliarden Euro. Um sie zu schließen, müsste der durchschnittliche Zusatzbeitrag den Berechnungen zufolge von gegenwärtig 1,1 Prozent auf 2,19 Prozent verdoppelt werden. Die Bundesregierung hat jedoch beschlossen, die Sozialabgaben in der Krise bei maximal 40 Prozent zu stabilisieren. Der Fehlbetrag muss daher aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen werden.

Bei den Berechnungen sind unter anderem pandemiebedingte Mehrausgaben von rund 3,4 Milliarden Euro veranschlagt durch die Kosten für einen Impfstoff, aufgrund von Testungen über das ganze Jahr hinweg und wegen der Behandlung von Covid-19-Erkrankungen. Hinzu kommen Mindereinnahmen bei den Krankenkassenbeiträgen durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Für das laufende Jahr rechnen die Experten mit einem Fehlbetrag bei den Krankenkassen von 3 Milliarden Euro.

Die hohe Summe zur Deckung der Lücke in 2021, die nun aus dem Bundeshaushalt fließen müsste, dürfte einer der Gründe dafür sein, warum Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auch 2021 die Schuldenbremse nicht einhalten kann. Zudem wird auch die Bundesagentur für Arbeit Milliardensummen benötigen, um die Ausgaben für die Kurzarbeit zu stemmen.

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