Krankenkasse BKK24 meldet drohende Zahlungsunfähigkeit

  • Die bundesweit geöffnete Kasse BBK24 hat eine Notlage bei den Aufsichtsbehörden angezeigt.
  • Der Beitragssatz war offenbar zu niedrig.
  • Versicherte müssen sich keine Sorgen machen.
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Obernkirchen. Die bundesweit geöffnete Betriebskrankenkasse BKK24 mit rund 136.000 Versicherten hat massive Finanzprobleme und steht damit möglicherweise vor der Pleite. Nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) hat die Kasse bei der zuständigen Aufsichtsbehörde - dem Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) in Bonn – eine “drohende Zahlungsunfähigkeit” angezeigt.

Die Behörde muss nun die eingereichten Unterlagen prüfen und gegebenenfalls über die Einleitung eines Insolvenzverfahrens entscheiden. Für die Versicherten haben die Finanzprobleme zunächst keine gravierenden Auswirkungen.

Niedriger Beitragssatz

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Nach Angaben aus Kassenkreisen hat die BKK24 mit Sitz im niedersächsischen Obernkirchen bisher offenbar einen zu niedrigen Zusatzbeitrag erhoben, der die Kosten nicht gedeckt hat. Er betrug zuletzt 1,0 Prozent, womit die BKK24 zu den preiswertesten bundesweit geöffneten Kassen gehört.

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Zudem seien Unstimmigkeiten im Rechnungswesen aufgetaucht. Bei der Kasse mit fast 300 Beschäftigten hatte es erst Anfang Juli einen Wechsel in der Führungsspitze gegeben. Der vorige Vorstand war über Jahrzehnte im Amt.

Keine gravierenden Nachteile für Versicherte

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Die Kasse selbst erklärte nur, es handele sich nicht um strukturelle Probleme. Das Vorgehen diene dazu, eine Insolvenz verhindern. Die finanziellen Schwierigkeiten der BKK24 gelten in der Gesundheitsszene als überraschend, weil die Krankenkasse bisher nicht als Problemfall bekannt war.

Das BAS und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen müssen die finanzielle Lage nun durch eine intensive Prüfung der Bücher ausleuchten. Am Ende könnte die BAS ein Insolvenzverfahren beim zuständigen Amtsgericht beantragen. Möglich wäre aber auch die Einleitung einer Sanierung, sollte die finanzielle Situation das noch zulassen.

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Im Teufelskreis

Dazu wäre aber nach Informationen aus Kassenkreisen auf alle Fälle eine massive Anhebung des Beitragssatzes notwendig. Das führt dann jedoch erfahrungsgemäß zu einer Kündigungswelle durch die Versicherten, wodurch sich die finanziellen Probleme wie in einem Teufelskreis immer weiter verstärken könnten. Am Ende bliebe dann doch nur eine Insolvenz.

Tritt die Insolvenz ein, wäre das nach der City BKK und der BKK für Heilberufe (beide Schließung in 2011) die dritte gesetzliche Krankenkasse, die seit der Einführung des Gesundheitsfonds im Jahre 2009 Pleite geht.

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