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Kramp-Karrenbauer: „Wir müssen weiter an der Seite Afghanistans bleiben“

  • Am Mittwoch sind die letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan zurückgekehrt.
  • Auch wenn der Einsatz nun beendet ist, will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer das Land nicht im Stich lassen.
  • Sie fordert weitere zivile Unterstützung - und zieht ihre Lehren.
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Berlin. Afghanistan soll nach den Worten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auch nach dem Abzug der internationalen Truppen nicht alleingelassen werden.

„Auch wenn wir militärisch das Land verlassen, müssen wir weiter an der Seite Afghanistans bleiben, etwa dadurch, dass wir auch zivil weiter unterstützen oder dadurch, dass wir auch innerhalb der Nato darüber reden, wie wir zum Beispiel die afghanische Armee weiter unterstützten können“, sagte Kramp-Karrenbauer am Mittwochabend in den ARD-„Tagesthemen“. Die letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan waren am Mittwoch in die Bundesrepublik zurückgekehrt.

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Letzte deutsche Soldaten aus Afghanistan abgezogen
0:57 min
Inmitten einer sich zuspitzenden Sicherheitslage in Afghanistan haben die letzten deutschen Soldaten das Krisenland verlassen.  © dpa
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Kramp-Karrenbauer sagte, der Einsatz am Hindukusch lehre, dass man mit Blick auf andere internationale Einsätze sehr genau darüber nachdenken müsse, was realistische politische Ziele seien. „Das ist für mich eine der Lehren, die ich ziehe und die wir vor allen Dingen mit Blick auf Mali auch beachten müssen“, sagte die Ministerin und bezog sich dabei auf den Einsatz der Bundeswehr in Westafrika. Dort waren am vergangenen Freitag bei einem Selbstmordanschlag zwölf deutsche Soldaten und ein belgischer Blauhelm-Soldat verletzt worden.

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„Fehler nicht wiederholen“

Es sei ein Fehler gewesen, dass der Eindruck vermittelt worden sei, man könne aus Afghanistan schnell einen Staat nach europäischem Vorbild machen. „Deswegen wird heute das, was wir wirklich erreicht haben, die Verbesserungen, die es für eine ganze Generation gegeben hat, eher gering geachtet. Ich glaube, diesen Fehler dürfen wir mit Blick auf andere internationale Einsätze, etwa in der Sahelzone, etwa in Mali, nicht wiederholen.“

Die Ausbildungsmission, die die Bundeswehr leiste, hänge davon ab, ob die politische Situation in Mali stabiler werde. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir am Ende Soldaten ausbilden, die dann immer zum Werkzeug gemacht werden, um zivile Strukturen im Rahmen von Staatsumstürzen zu bekämpfen.“

Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission Minusma beteiligt. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen.

RND/dpa

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