Kramp-Karrenbauer darf nicht über Maaßens Stöckchen springen

  • Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hatte der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer ein Treffen angeboten.
  • Die lehnte jetzt ab.
  • Gut so!, kommentiert Markus Decker.
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Berlin. Wenn Hans-Georg Maaßen etwas weiß, dann wie man andere vor sich her treibt. So hat der ehemalige Verfassungsschutzpräsident der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer soeben generös ein Treffen angeboten – und sie hat dieses Treffen eher notgedrungen abgelehnt. Maaßen hat dieses Treffen nämlich durch immer neue Spitzen gegen die Mehrheitsmeinung in der Christlich Demokratischen Union und damit gegen Kramp-Karrenbauer gezielt vorbereitet, bis diese sich in Ausschlusserwägungen verhedderte. Ihr Missgeschick gab ihm nun die Gelegenheit, zu sagen: „Lass uns reden.“ Wie unter Staatschefs, gewissermaßen.

Maaßen hat nichts mehr zu verlieren, keinen Posten und auch keinen guten Ruf. Spätestens seit seinen verharmlosenden Äußerungen zu den rechtsradikalen Ausschreitungen von Chemnitz und die in Teilen angeblich linksradikale SPD weiß man, wie weit er zu gehen bereit ist.

Er hat nichts zu verlieren - sie schon

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Kramp-Karrenbauer hat eine Menge zu verlieren – den Anspruch auf die Kanzlerkandidatur der Union und letztlich auch den CDU-Vorsitz. Er weiß das natürlich. Er weiß auch, dass er zumindest in der Ost-CDU Unterstützer hat – und wie man die Bevölkerung in der Provinz gegen das Establishment in Berlin mobilisiert. So hält der Renegat der Vorsitzenden immer wieder neue Stöckchen hin. Er ist der Kaugummi am Schuh des Konrad-Adenauer-Haus, den es nicht mehr loswird.

Kramp-Karrenbauer tut gut daran, nicht jedes Mal darüber zu springen und dem angebotenen Treffen eine Absage zu erteilen. Das würde Maaßen nur die ultimative Aufwertung verschaffen und ihn glauben machen, tatsächlich eine Art Staatschef zu sein. Will sie die Auseinandersetzung langfristig gewinnen, darf sie erstens keine weiteren Fehler begehen und muss zweitens durch souveräne Führung die Partei hinter sich bringen. Dann, aber auch nur dann ist Maaßen chancenlos.

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