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Baerbock moniert „Ein-Freund-Regel“ im Lockdown

  • Bund und Länder haben die Kontaktbeschränkungen im Lockdown am Dienstag verschärft.
  • Grünen-Chefin Annalena Baerbock warnt davor, Familien und insbesondere Alleinerziehende vor zu große Hürden zu stellen.
  • Die Maßnahmen müssten in der Lebensrealität der Menschen auch umsetzbar sein.
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Essen. Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat davor gewarnt, Familien mit den neuen Ein-Freund-Kontaktbeschränkungen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu überfordern. Es sei richtig, dass Bund und Länder den Lockdown verlängert und die Maßnahmen verschärft hätten, sagte Baerbock den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. „Wichtig ist aber, dass die Maßnahmen in der Lebensrealität der Menschen auch umsetzbar sind.“

Die Politik müsse bedenken, dass sie mit nicht zu Ende gedachten Maßnahmen ausgerechnet diejenigen vor den Kopf stoße, „die sich mit heftigsten Einschränkungen bei Vereinbarkeit von Job und Familie an der Pandemiebekämpfung bisher am solidarischsten beteiligen“, erklärte sie.

So werde die Regel, nur noch eine Person außerhalb des eigenen Haushaltes zu treffen, Familien vor erhebliche Probleme stellen. „Wenn die Nachbarin bei sich zu Hause nur eins von zwei Geschwisterkindern betreuen kann, während die Eltern arbeiten, ist das alles andere als sinnvoll. Dann müssen Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung schicken, obwohl es zur Kontaktreduzierung anders viel besser wäre“, sagte die zweifache Mutter.

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Baerbock bemängelt fehlende verbindliche Home-Office-Vorgaben

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Für Alleinerziehende ist die Ein-Freund-Regel ihrer Ansicht nach überhaupt nicht umsetzbar. „Sie sind völlig auf sich zurückgeworfen“, kritisierte Baerbock. „Ebenso kleine Kinder, die damit für Wochen komplett isoliert sind, weil eine Dreijährige sich schlecht allein auf dem Spielplatz treffen kann.“

Die Grünen-Vorsitzende vermisst im jüngsten Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten außerdem verbindliche Home-Office-Vorgaben für die Wirtschaft: „Es passt doch nicht, wenn man weiterhin Dutzende Menschen in einem Großraumbüro am Arbeitsplatz trifft, die beiden Kinder aber nicht zusammen zum Babysitter können.“

RND/epd

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