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Ostukraine: Russland droht mit militärischem Eingriff

  • Im Konflikt in der Ostukraine droht Russland mit einer weiteren Eskalation.
  • Ein Kremlsprecher sagte, dass Russland Maßnahmen zum Schutz seiner Bürger ergreifen werde.
  • Seit 2014 gibt es in der Ostukraine Kampfhandlungen zwischen russischer und ukrainischer Seite.
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Kiew/Moskau. Russland hat angesichts der Eskalation im Konflikt in der Ostukraine mit einem militärischen Eingreifen zum Schutz seiner Staatsbürger gedroht.

Im Falle eines Aufflammens von Kampfhandlungen werde Russland einer möglichen „menschlichen Katastrophe“ nicht tatenlos zuschauen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge.

Russland werde Maßnahmen zum Schutz seiner Bürger ergreifen. Peskow sagte auch, dass es eine Konzentration russischer Truppen in der Region gebe, weil es um die Sicherheit des Landes gehe.

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Kreml sieht Gefahr eines Bürgerkriegs

Die russische Militärdoktrin lässt eine Intervention zum Schutz der Einwohner zu. Den russischsprachigen Bewohnern der Gebiete Donezk und Luhansk in der Ostukraine gewährt Moskau bereits seit 2019 trotz internationalen Protests die russische Staatsbürgerschaft.

Der Kreml sieht im Nachbarland die Gefahr eines neuen Bürgerkriegs. „Wir stellen jetzt eine beispiellose Eskalation der Spannungen fest. Das löst Besorgnis aus“, sagte Peskow. Die weitere Entwicklung werde darüber entscheiden, welche Maßnahmen Russland ergreife, „um seine Sicherheit zu gewährleisten“, sagte Peskow.

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Ukraine widerspricht: Kein Angriff auf Separatistengebiet geplant

Das ukrainische Militär wies Russlands Vorwürfe zu mutmaßlichen Vorbereitungen eines Angriffs auf die Separatistengebiete in der Ostukraine zurück. Eine Rückeroberung der unter Kontrolle von prorussischen Separatisten stehenden Gebiete führe „unweigerlich zum Tod einer großen Anzahl an Zivilisten und Verlusten unter Militärdienstleistenden“, teilte Armeechef Ruslan Chomtschak am Freitag in Kiew mit. Das sei nicht akzeptabel.

Die Ukraine betonte, sie gebe weiterhin einer diplomatischen Lösung des Konflikts den Vorzug. Das Militär sei jedoch bereit, bei einer Eskalation eine „angemessene Antwort“ zu geben. Allerdings sagte Chomtschak Ende März in einem Interview auch, Präsident Wolodymyr Selenskyj habe kein Problem damit, den Befehl für eine Offensive zu geben.

Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig für Eskalation

Berichte über Truppenaufmärsche der russischen Armee an der Grenze zum ostukrainischen Konfliktgebiet hatten die Befürchtung einer Eskalation der Kämpfe ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte erst am Donnerstag bei einem Telefonat mit Präsident Wladimir Putin zu einem Abzug der Truppen dort aufgerufen. Dazu sagte Peskow, darüber entscheide allein Russland.

Unterdessen wurde in dem Konfliktgebiet erneut ein Soldat der Regierungsarmee getötet. Zu den Umständen machte die Armee am Freitag zunächst keine Angaben. Schwerpunkt der Verstöße gegen die geltende Waffenruhe sei der Frontabschnitt am ehemaligen Donezker Flughafen gewesen. Beide Seite gaben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation.

RND/dpa

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