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  • Kompletter Shutdown des Einzelhandels und längere Ferien: Lauterbach hält harten Shutdown für denkbar

Geschlossener Einzelhandel, längere Ferien: Lauterbach wirbt für „harten Lockdown“

  • Der SPD-Gesundheitsexperte begrüßt den bayerischen Weg.
  • Für Karl Lauterbach wäre ein kompletter Lockdown des Einzelhandels nach Weihnachten denkbar.
  • Auch beim Robert-Koch-Institut sieht er Nachholbedarf.
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Essen. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach wirbt für einen „harten Lockdown“. Die von Bayern angekündigten schärferen Corona-Maßnahmen sollten zügig auf ganz Deutschland ausgeweitet werden, sagte Lauterbach, der zu den Pandemie-Beratern von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört, den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Montag). „Der Wellenbrecher-Shutdown reicht bei Weitem nicht mehr aus. Es ist nicht akzeptabel, dass wir jeden Tag bis zu 500 Tote haben.“

Als Sofortmaßnahme sollten nicht nur in Hotspots Schulklassen geteilt werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Noch besser und einfacher umzusetzen wäre es, die Weihnachtsferien um eine Woche vorzuziehen und um eine Woche im Januar zu verlängern“, sagte Lauterbach.

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Der bayerische Ministerpräsident verschärft die vom Bund empfohlenen Maßnahmen bis Weihnachten. Über die muss der Landtag aber erst noch abstimmen.  © Reuters
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Der Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsökonom brachte außerdem eine komplette Schließung des Einzelhandels nach Weihnachten ins Gespräch. „Die Geschäfte sollten mindestens bis Ende der ersten Januarwoche geschlossen bleiben. Wir brauchen jetzt einen harten Shutdown, um etwas zu bewirken.“

Er bekräftigte zudem seine Warnungen vor einem Silvesterfest mit Lockerungen der bisherigen Beschränkungen und sagte dem „Tagesspiegel“ mit Blick auf die geforderten Maßnahmen: „Sonst haben wir Ende Januar noch einmal zusätzliche 25.000 Tote.“

Lauterbach: Mehr Personal für das RKI

Zudem fordert der SPD-Politiker eine personelle Aufstockung für das Robert-Koch-Institut. Konkret geht es um die IT-Abteilung, wie Lauterbach der „Welt am Sonntag“ sagte. Nach Angaben der Zeitung bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestags dem Institut für den IT-Bereich Ende November nur vier neue Stellen – von 68, die das Institut beantragt habe. Damit habe der Ausschuss einem Entwurf der schwarz-roten Bundesregierung zugestimmt.

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Lauterbach sagte der Zeitung: „Der Personalhaushalt des RKI für IT-Aufgaben muss sofort aufgestockt werden.“ Das RKI könne sonst seine zahlreichen Aufgaben nicht ausreichend schnell erfüllen. „Das können wir uns jetzt nicht wirklich leisten, hier zu sparen.“

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Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums äußerte sich am Sonntag auf Anfrage nicht zu der im Bericht genannten konkreten Stellenzahl. Sie teilte aber mit, ihr Ministerium habe sich wiederholt dafür eingesetzt, die IT-Ausstattung des RKI zu stärken. „Dort, wo es nicht möglich war, dies durch dauerhafte Stellen zu hinterlegen, sind stattdessen zum Teil erhebliche Finanzmittel geflossen, um zum Beispiel Dritte zu beauftragen und entsprechende Leistungen auf dem Markt einzukaufen.“

Ähnlich wie Lauterbach äußerte sich auch der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestags, Andrew Ullmann. In der Pandemie zeige sich, dass die IT-Abteilung des Instituts über Jahre hinweg zu schlecht ausgestattet worden sei. „Dafür kriegen wir jetzt die Quittung in der Pandemie“, sagte Ullmann der Zeitung.

So seien die Meldungen per Fax, telefonische Quarantänekontrollen und die Zettelwirtschaft mit dafür verantwortlich, dass Gesundheitsämtern schon bei vergleichsweise geringen Fallzahlen die Überlastung drohe.

RND/epd/dpa/ka

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