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  • Kolumbien: Havanna-Syndrom bei Mitarbeitern von US-Botschaft in Bogóta aufgetreten

Erneut Fälle von mysteriösem Havanna-Syndrom – diesmal US-Botschaft in Kolumbien betroffen

  • Wieder einmal sind Mitarbeiter einer US-Botschaft womöglich Ziel eines Angriffs mit Schallwaffen geworden.
  • Bei mindestens fünf Familien mit Verbindung zur diplomatischen US-Vertretung in Bogóta ist das rätselhafte Havanna-Syndrom aufgetreten.
  • Wer dahintersteckt, bleibt weiter unklar.
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Bogóta/Berlin. In der US-Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogóta sind Fälle des rätselhaften Havanna-Syndroms aufgetreten. Das „Wall Street Journal“ berichtet von mindestens fünf betroffenen Familien, die in Verbindung zur diplomatischen Vertretung der USA stehen. Laut „Spiegel“ hat der kolumbianische Präsident Ivan Duque den Bericht der US-Zeitung bestätigt. Demnach sagte er bei einem Besuch in New York: „Natürlich haben wir Kenntnis von dieser Situation, aber ich möchte sie den US-Behörden überlassen, die ihre eigenen Ermittlungen durchführen, weil es um ihr eigenes Personal geht.“

Seit das Syndrom, das mit Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit unbekannter Ursache einhergeht, 2016 erstmals in der kubanischen Hauptstadt Havanna aufgetreten war, haben weltweit Dutzende US-Diplomaten darüber geklagt. Nach CIA-Angaben waren rund 200 Vertreter der USA am Havanna-Syndrom erkrankt. Die USA haben den Verdacht geäußert, dass die Betroffenen mit Funkfrequenzen angegriffen worden seien und dass Russland hinter den Attacken stecke. Die Regierung in Moskau hat das zurückgewiesen.

Die mysteriösen Gesundheitsstörungen bei US-Diplomaten und Mitarbeitern des Geheimdienstes CIA weltweit hatte einem „Spiegel“-Bericht zufolge zuletzt auch deutsche Behörden alarmiert. Das Berliner Landeskriminalamt habe bereits im August im Zusammenhang mit dem Havanna-Syndrom ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung gegen unbekannt eingeleitet, berichtete das Magazin am vergangenen Freitag. Das habe ein Polizeisprecher bestätigt. Hintergrund waren demnach akute Symptome bei mehreren Angehörigen der US-Botschaft in Berlin, die dem Muster des Syndroms entsprochen hätten. Grundlage der deutschen Ermittlungen solle Material sein, das die US-Regierung nach Berichten über die Berliner Vorfälle den deutschen Behörden übergeben habe.

RND/Reuters/cz

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