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Kolumbien: Amnesty wirft Regierung Gewalt gegen Demonstranten vor

  • Drei Monate nach Beginn der Proteste in Kolumbien hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International der kolumbianischen Regierung rechtswidrige Praktiken vorgeworfen.
  • In einem Bericht spricht die Organisation vom gewaltsamen Vorgehen durch Sicherheitskräfte im ganzen Land.
  • Mindestens zwei Dutzend Menschen kamen bei den Protesten bislang ums Leben, die meisten durch Polizeigewalt.
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Bogotá/Berlin. Rund drei Monate nach Beginn der Proteste in Kolumbien hat Amnesty International der Regierung des südamerikanischen Landes rechtswidrige Praktiken gegen Demonstranten vorgeworfen. Die dokumentierten Fälle stünden für Hunderte von weiteren Berichten und zeigten das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte im ganzen Land, hieß es in einem Bericht, den die Menschenrechtsorganisation am Freitag veröffentlichte.

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Proteste und Polizeigewalt: Lage in Kolumbien bleibt angespannt
1:37 min
Die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten in Kolumbien halten an.  © Reuters

Er basiert auf 500 Mitschnitten und anderem Material und geht auf drei Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Cali, dem Epizentrum der Proteste, ein. Im Fokus steht dabei die Spezialeinheit Esmad, die Amnesty zufolge bei den Protesten übermäßige Gewalt einsetzte. „Was in Cali passiert ist, macht die gewaltsame Reaktion der Behörden auf die Proteste überdeutlich und offenbart die wahren Ziele hinter dem repressiven Vorgehen: Angst zu schüren“, sagte Matthias Schreiber, Regional-Experte der deutschen Amnesty-Sektion.

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Seit Ende April ein Streik ausgerufen wurde, gab es in verschiedenen Städten Kolumbiens Proteste, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam. Protestierende zerstörten Infrastruktur-Einrichtungen, blockierten wichtige Zufahrtsstraßen und griffen Polizeistationen an. Auch am Mittwoch folgten auf zunächst friedliche Demonstrationen wieder Gewalt, Vandalismus und Chaos. Mindestens zwei Dutzend Menschen kamen bei den Protesten bislang ums Leben, die meisten durch Polizeigewalt. Cali war besonders betroffen.

Zunächst hatten sich die Proteste gegen eine jeweils umstrittene Steuer- und eine Gesundheitsreform gerichtet, die mittlerweile beide zurückgenommen wurden. Zuletzt demonstrierten Gewerkschafter, Indigene und Studenten für grundlegende Reformen in dem Land. Die Regierung von Präsident Iván Duque setzte vor allem auf Härte und verurteilte den Vandalismus bei den Protesten.

RND/dpa

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