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Kohl-Berater Horst Teltschik: „Donald Trump ist kein Krimineller“

  • Horst Teltschik war Helmut Kohls Fachmann für außenpolitische Fragen und später Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz.
  • Am Erfolg eines Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump zweifelt der 79-Jährige.
  • Es werde ihn womöglich sogar stärken, glaubt er.
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Berlin. Herr Teltschik, wie bewerten Sie das angekündigte Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump? Hat es Aussicht auf Erfolg?

Die Frage sollte man einem Wahrsager vorlegen. Sie ist abschließend nicht zu beantworten. Der Text des Telefonats mit dem ukrainischen Präsidenten ist interpretationsfähig. Deshalb wäre das Impeachment ein Wagnis. Es kann von beiden Seiten zur Agitation genutzt werden.

Der amerikanische Präsident hat sich in dem Telefonat abfällig über die Kanzlerin geäußert. Was sagt das über die Beziehungen zwischen beiden Ländern?

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Es ist ja bekannt, dass Trump mit allen in Europa Schwierigkeiten hat – außer mit dem britischen Premierminister, der mit ihm vergleichbar ist. Und dass er bisher nicht zu einem Staatsbesuch in Deutschland war, sagt ja auch schon etwas aus. Doch solange das keine negativen Konsequenzen für Deutschland hat, können wir damit leben. Die Verlegung von Truppen nach Polen trägt nur zur Verschärfung der Beziehungen mit Russland bei. Sicherheitspolitisch ist sie nicht relevant.

Das Verhältnis Trumps zu Angela Merkel ist ja ohnehin miserabel. Kann es überhaupt noch schlechter werden?

Schlechter kann es immer noch werden. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass daraus kein unmittelbarer Schaden erwächst. Aber so weit geht auch Trump bisher nicht. Und im Kongress hat das westliche Bündnis immer noch viele Anhänger, nicht zuletzt unter den Republikanern.

Lesen Sie hier: Wie Donald Trump sich verteidigt

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Was bedeutet das Impeachment-Verfahren für die deutsch-amerikanischen Beziehungen?

Das ist eine innere Angelegenheit der USA. Jede deutsche Regierung ist gut beraten, die Finger davon zu lassen und nicht Partei zu ergreifen.

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Video
„New York Times“-Journalist sicher: Impeachment hilft Demokraten auch ohne Trump-Rauswurf
4:35 min
„New York Times“-Journalist Liam Stack ist zu Gast beim RedaktionsNetzwerk Deutschland und erklärt die zentralen Fragen zum Impeachment gegen Trump im Video.  © RND

Die internationale Bühne wird immer stärker von dubiosen Gestalten bevölkert. Kann man mit ihnen überhaupt noch seriös Politik machen?

Meine Erfahrung ist: Man kann sich Gesprächspartner nicht aussuchen. Letztlich müssen alle die Interessen ihrer Länder vertreten. Das heißt auch, dass sie gesprächsbereit sein müssen. Ich war in Moskau mit Helmut Kohl bei Staats- und Parteichef Juri Andropow, obwohl er uns mit dem Dritten Weltkrieg gedroht hat. Und wie stolz waren Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß, als sie mit Mao zusammentrafen, dem die Schuld für 40 Millionen Tote zugeschrieben wird!

Der Unterschied ist, dass wir jetzt an der Spitze der Vereinigten Staaten von Amerika und damit der westlichen Welt jemanden haben, von dem der konservative US-Publizist David Frum sagt, er sei „ein Krimineller“.

Vorsicht! Vorsicht! Da wäre ich aufgrund der bisher vorliegenden Dokumente sehr zurückhaltend. Meines Wissens ist er auch noch nie verurteilt worden. Trump ist kein Krimineller.

Wie würden Sie ihn denn beschreiben?

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Als unberechenbaren Politiker mit außerordentlich geringen Kenntnissen von der Welt, der Politik als Business versteht und ein schwieriger Partner ist.

Wie wird er politisch enden?

Es kann sein, dass es ein Impeachment gibt. Ich bezweifle nur, dass es erfolgreich ist. Und dann wäre es ein Erfolg für Trump. Dann könnte er sich als Sieger aufspielen, dem man diesen Tort antun wollte und der es seinen Widersachern mal wieder gezeigt hat.

Lesen Sie hier: Was die internationale Presse sagt

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