Hier keine Kompromisse: FDP beharrt fest auf zwei roten Linien bei Koalition

  • In Berlin laufen die Vorsondierungen für mögliche Koalitionsverhandlungen zwischen den Parteien.
  • Die FDP macht derweil klar, dass sie an zwei Forderungen nicht rütteln wird.
  • Doch die inhaltlichen Differenzen der Parteien sind weiterhin groß.
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Auch nach den ersten Vorsondierungen mit SPD und Grünen beharrt die FDP auf zwei roten Linien in den weiteren Verhandlungen. Generalsekretär Volker Wissing betonte am Montag, die Liberalen bestünden auch weiterhin darauf, dass es keine Steuererhöhungen gebe und die Schuldenbremse nicht angetastet werde. „Die FDP hat das klar gesagt, und die FDP rückt von dieser Position auch nicht ab“, sagte Wissing im ZDF.

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Auch der FDP-Finanzpolitiker Otto Fricke betonte gegenüber den TV-Sendern RTL/ntv: „Es gibt zwei rote Linien – keine Veränderungen der Schuldenbremse in der Verfassung und keine Steuererhöhungen.“ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach sich indes gegen inhaltliche Vorfestlegungen aus. „Es geht jetzt gar nicht darum, rote Linien zu formulieren“, sagte er im ZDF.

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FDP nach ersten Gesprächen mit SPD und Union

Die FDP hatte am Sonntag erste Gespräche mit SPD und CDU/CSU geführt. Nach den Beratungen mit den Sozialdemokraten sagte Wissing, die inhaltlichen Positionen zwischen beiden Parteien lägen noch weit auseinander. Nach dem Treffen mit der Union am Sonntagabend sprach er von konstruktiven Gesprächen mit „wenig Klippen“. Auch CDU und CSU betonten die inhaltliche Nähe zu den Liberalen. Wissing hatte am Sonntagabend zudem mit Blick auf die Personaldebatten in der Union betont, dass die FDP eine Entscheidung nicht von Personen, sondern von Inhalten abhängig machen werde.

Möglich für eine Regierungsbildung wäre ein Bündnis aus SPD, FDP und Grünen, aber auch eine Koalition aus Union, Grünen und FDP. Klingbeil sagte, es gehe jetzt darum, die großen Herausforderungen für Deutschland zu meistern. Dass ein 12-Euro-Mindestlohn, bezahlbares Wohnen und stabile Renten sehr wichtige Fragen für die SPD seien, sei bekannt. Er bekräftigte den Willen der SPD, eine Ampelkoalition mit Grünen und FDP zu schmieden.

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Rot oder Schwarz: Sondierungsgespräche vor erster Entscheidung
1:24 min
Die erste Sondierungsrunde neigt sich dem Ende zu. Danach müssen vor allem FDP und Grüne Farbe bekennen: Rot oder Schwarz.  © dpa

FDP sucht weiter Nähe zur Union

Wissing sagte, dass die Steuerpolitik immer eine große Hürde für Koalitionen sei. Das sei in der Vergangenheit mit der CDU so gewesen und das sei jetzt in besonderem Maße auch mit der SPD der Fall. Die Parteiprogramme seien an dieser Stelle klar unterschiedlich. Die FDP sei hier inhaltlich näher an CDU und CSU. „Aber der Umsetzungswille der Union in der Vergangenheit, was Steuerreformen angeht, war auch überschaubar.“ Wie es nun weitergehe, hänge auch von den ersten Gesprächen zwischen Union und Grünen am Dienstag ab. CDU/CSU und Grüne wollen sich dann um elf Uhr zu einer ersten Sondierung treffen.

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner bewertete die ersten Sondierungsgespräche mit der SPD positiv. Man habe mit allen Parteien Vertraulichkeit vereinbart, sagte Kellner im ZDF. „Aber es waren dynamische und gute Gespräche.“ Mit der SPD gebe es sicherlich die größten Schnittmengen. Einen Termin für ein Dreiergespräch mit SPD und FDP gebe es noch nicht. Zunächst müssten alle Beratungen einzeln erfolgen. „Dann zieht man einen Strich drunter, und dann schaut man mal, wie es weitergeht.“ Er würde sich aber wünschen, dass es zu einer zügigen Regierungsbildung komme.

RND/Reuters

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